Lexikon
Ahtisaari
Martti Oiva, finnischer Politiker (Sozialdemokrat), * 23. 6. 1937 Viipuri (heute Wyborg); Lehrer. 1960–1963 war Ahtisaari an einem schwedisch-pakistanischen Lehrinstitut in Karachi tätig. 1965 begann seine Karriere im diplomatischen Dienst. 1973–1977 war er Botschafter in Tansania. Seit 1977 engagierte er sich als UN-Kommissar bzw. Sonderbeauftragter des UNO-Generalsekretärs für den Unabhängigkeitsprozess Namibias. 1984–1987 Unterstaatssekretär im finnischen Außenministerium wurde Ahtisaari danach Untergeneralsekretär der UNO mit der Zuständigkeit für Management und Verwaltung. 1989/90 fungierte er als Leiter der UNTAG (UN Transition Assistance Group) in Namibia. 1991 wurde er Staatssekretär im finnischen Außenministerium und 1992 Vorsitzender der „Arbeitsgruppe Bosnien-Herzegowina“ der Internationalen Jugoslawien-Konferenz.
1994 wählte die finnische Bevölkerung Ahtisaari in der ersten Direktwahl für dieses Amt zum Staatspräsidenten. Er förderte in dieser Funktion den finnischen EU-Beitritt 1995 und setzte sich für eine verstärkte politische Kooperation im Ostseeraum sowie für die EU-Erweiterung ein. 1999 fungierte er als EU-Vermittler im Kosovokonflikt. 2000 verzichtete Ahtisaari auf eine erneute Kandidatur bei den finnischen Präsidentschaftswahlen, betätigte sich aber weiter als Vermittler bei internationalen Konflikten, so wirkte er an der Inspektion von Waffenlagern der IRA mit. Als von der UNO berufener Sondergesandter für die Verhandlungen über den Status des Kosovo legte Ahtisaari 2007 einen Plan für eine bedingte Unabhängigkeit des Gebietes vor. Auf Grundlage dieses Planes wurde 2008 die Verfassung des Kosovo verabschiedet. Im selben Jahr wurde Ahtisaari für seine jahrzehntelangen Bemühungen um die Beilegung internationaler Konflikte der Friedensnobelpreis zuerkannt.
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