Lexikon
Brčko
[ˈbrtʃkɔ]
Stadt in Bosnien und Herzegowina, im Nordosten Bosniens, am Südufer der Save, an der Grenze zur Ostslawonien (Kroatien); 41 300 Einwohner, Nahrungsmittel-, Textil-, Bau- und Elektroindustrie. – Um 1620 erstmals erwähnt, war das osmanisch beherrschte Brčko nach dem Ende des sechsten Türkenkriegs 1718–39 von Österreich besetzt (erneut ab 1878), seit 1919 jugoslawisch. Die vor 1992 zu rund 70% von muslimischen Bosniaken und Kroaten bewohnte Stadt wurde im Bosnischen Krieg 1992 von serbischen Truppen eingenommen, die nichtserbische Bevölkerung wurde vertrieben und die Stadt stark zerstört. Nicht in das Daytoner Abkommen von 1995 einbezogen, blieb Brčko wegen seiner strategischen Bedeutung ständiger Streitpunkt zwischen Bosniaken und Serben. 1999 machte ein internationaler Schiedsspruch Brčko zu einem eigenständigen Distrikt, der formal zum Territorium der Serbischen Republik innerhalb Bosnien und Herzegowinas gehört, aber als neutrale Zone (seit 2000) von Bosniaken, Kroaten und Serben gemeinsam verwaltet wird.
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