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LEXIKON

Clouzot

[
kluˈzo
]
Henri-Georges, französischer Filmregisseur, * 20. 11. 1907 Niort, Sèvre,  12. 1. 1977 Paris; Filme: „Der Rabe“ („Le corbeau“) 1943; „Lohn der Angst“ 1952; „Die Teuflischen“ 1955; „Picasso“ 1956; „Die Wahrheit“ 1960 u. a.
Clouzot, Henri-Georges
Henri-Georges Clouzot
  • Deutscher Titel: Der Rabe
  • Original-Titel: LE CORBEAU
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1943
  • Regie: Henri-Georges Clouzot
  • Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Louis Chavance
  • Kamera: Nicolas Hayer
  • Schauspieler: Pierre Fresnay, Pierre Larquey, Ginette Leclerc
Der Kriminalfilm folgt dem Muster eines klassischen Verwirrspiels um einen mysteriösen Täter: Dr. Germain praktiziert in einer kleinen französischen Stadt, in der plötzlich anonyme Briefe auftreten. Durch sie verbreitet ein unbekannter Schreiber Beleidigungen und Verleumdungen und erzeugt eine Atmosphäre des Mißtrauens unter den Bürgern. Die Situation spitzt sich zu, als ein todkranker Patient Dr. Germains in einem der Briefe von seiner schweren Krankheit erfährt und sich das Leben nimmt. Der Arzt macht sich auf die Suche nach dem Täter und findet ihn nach langen Recherchen und Irrwegen schließlich in der Frau eines befreundeten Arztes. Tatsächlich ist es aber der Arzt selbst, der durch die Mutter des Selbstmörders den Tod findet.
Die Nazis setzen das Werk, das Denunziantentum und Spitzeleien kompromißlos aufdecken will, zu propagandistischen Zwecken ein; deshalb haben vor allem die Drehbuchautoren unter Repressalien zu leiden.
  • Deutscher Titel: Lohn der Angst
  • Original-Titel: LE SALAIRE DE LA PEUR
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1952
  • Regie: Henri-Georges Clouzot
  • Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Jérome Gérônimi, nach dem Roman von G. Arnaud
  • Kamera: Armand Thirard
  • Schauspieler: Yves Montand, Charles Vanel, Folco Lulli, Peter van Eyck
  • Auszeichnungen: Goldene Palme und Darstellerpreis Filmfestspiele Cannes 1953 für Film und Darsteller (Charles Vanel), Goldener Bär Filmfestspiele Berlin 1953 für Film
Kein Lichtblick erhellt das Leben der gescheiterten Existenzen, die in dem Kaff Las Piedras in Venezuela ihr Dasein fristen. Das wird anders, als 500 Kilometer entfernt eine Ölquelle brennt. Um das Feuer einzudämmen, braucht man dort Nitroglyzerin.
Vier Männer wollen es wagen, die gefährliche Fracht durch den Urwald zu transportieren: Mario (Yves Montand), Jo (Charles Vanel), Luigi und Bimba. Der Lohn: 2000 US-Dollar, genug, um der Einöde zu entkommen.
Sehr bald schon werden Mario und sein Beifahrer Jo Zeugen, wie der Lastwagen der beiden anderen explodiert. Mario fährt mit eisernem Durchhaltewillen weiter und kommt schließlich als Einziger lebend an. Dies bringt ihm überraschend auch Jos Anteil vom Lohn ein. Dabei hat er dessen Tod bei der Fahrt verursacht. Trunken vor Freude erleidet Mario auf der Rückfahrt einen tödlichen Unfall.
Clouzots Klassiker wird auch international mit außergewöhnlich viel Lob bedacht. Seine einleitende, lange Schilderung des trostlosen Ortes vermittelt hervorragend die drückende Atmosphäre des Lebens dort. Die Spannung des nachfolgenden, temporeichen Teils wirkt gerade wegen der ausführlichen Einführung so atemberaubend.
25 Jahre später unternimmt Regisseur William Friedkin unter dem Titel »Atemlos vor Angst« einen erfolglosen Remake-Versuch mit Roy Scheider in der Hauptrolle.
  • Deutscher Titel: Die Teuflischen
  • Original-Titel: LES DIABOLIQUES
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1955
  • Regie: Henri-Georges Clouzot
  • Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Jérome Gérônimi, nach einem Roman von Pierre Boileau und Thomas Narcejak
  • Kamera: Armand Thirard
  • Schauspieler: Simone Signoret, Vera Clouzot, Paul Meurisse, Charles Vanel
  • Auszeichnungen: Prix Louis Delluc für Film, Preis der New Yorker Filmkritik für ausländischen Film
Der Film ist ein teuflisch perfekt inszenierter Thriller im Stil des »film noir«, der in der Bösartigkeit seiner Handlung seinesgleichen sucht. Hervorragende Schauspieler runden das Bild ab ein Meisterwerk von Regisseur Henri-Georges Clouzot.
Michel Delasalle (Paul Meurisse) ist ein wahres Ekel. Dies bekommen nicht nur die Schüler der Privatschule zu spüren, deren Leiter er ist, sondern vor allem seine Frau Christine (Vera Clouzot) und seine Geliebte, die Lehrerin Nicole (Simone Signoret). Bei ihnen endlädt sich seine ganze Frustration und sein Sadismus. Christine ist von all seinen Schikanen schon herzkrank, und es gibt keine Hoffnung auf Besserung. Schließlich tun sich die beiden gekränkten Frauen zusammen, ertränken Delasalle in der Badewanne und werfen seine Leiche in ein Schwimmbecken. Der scheinbar perfekte Mord wird aber zum Alptraum, als die Leiche verschwindet. Christine steht kurz vor der Hysterie, als sie einen Privatdetektiv beauftragt, der Sache nachzugehen. Dabei stellt sich heraus, dass dem ganzen Komplott ein teuflischer Plan von Delasalle und Nicole zugrunde liegt: Die kranke Christine sollte durch den Schreck nach dem Verschwinden der Leiche sterben und den Weg freigeben für das Liebespaar.
  • Deutscher Titel: Die Wahrheit
  • Original-Titel: LA VERITÉ
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1960
  • Regie: Henri-Georges Clouzot
  • Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Jérome Gérônimi
  • Kamera: Armand Thirard
  • Schauspieler: Brigitte Bardot, Marie-José Nat, Sami Frey, Charles Vanel
Brigitte Bardot spielt eine gefallene junge Frau, die wegen Mordes vor Gericht steht. Die Hintergründe ihres sozialen Abstiegs finden bei den Prozessbeteiligten kein Gehör; Richter und Anwälte zeigen sich gleichermaßen unfähig, dem Weg der Angeklagten in ihre Lage mit dem angemessenen Verständnis zu folgen.
Der sorgfältig aufgebaute Film wird dank der Mitwirkung Brigitte Bardots ein großer Publikumserfolg in Europa. Ihre schauspielerische Leistung übertrifft ihre früheren Darstellungen naiver Kindfrauen bei weitem an Vielschichtigkeit.
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