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LEXIKON

Die Sünderin

  • Deutscher Titel: Die Sünderin
  • Original-Titel: DIE SÜNDERIN
  • Land: Deutschland
  • Jahr: 1951
  • Regie: Willi Forst
  • Drehbuch: Gerhard Menzel, Georg Marischka
  • Kamera: Václav Vich
  • Schauspieler: Hildegard Knef, Gustav Fröhlich, Robert Meyn
Willi Forsts Film »Die Sünderin« löst sofort nach der Uraufführung am 18. 1. 1951 eine heftige öffentliche Diskussion über die moralischen Grenzen im Film aus.
Eine kurze Nacktszene mit Hildegard Knef ist Auslöser des bis dahin größten Skandals im deutschen Film. Vor allem Kirchenvertreter protestieren gegen den drohenden Sittenverfall und fordern die Gläubigen zu Demonstrationen auf. Das Resultat: Millionen Zuschauer strömen in die Kinos, vor denen es z.T. zu tätlichen Auseinandersetzungen kommt. Obwohl der künstlerische Wert des Films unbedeutend ist, wird er zum Kassenschlager.
Das Mädchen Marina (Hildegard Knef), verstört durch die unmenschlichen Verhältnisse der nationalsozialistischen Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg, gerät im Deutschland der Nachkriegszeit auf die schiefe Bahn und wird Prostituierte. Erst die Liebe zu einem todkranken Maler (Gustav Fröhlich) löst eine Wandlung in ihr aus.
Willi Forsts Versuch, die Situation der kriegsbedingt zermürbten deutschen Bevölkerung zu zeigen, misslingt. Die offenkundige Rührseligkeit des Melodrams führt sogar zu nicht beabsichtigten parodistischen Zügen. Hildegard Knef, bis dahin das Sinnbild einer leidgeprüften deutschen Trümmerfrau, verliert dieses Image durch ihre Darstellung der Marina. Obwohl sich die Empörung der Gegner des Films auf ihre Person konzentriert, bleibt ihr Ruhm, und sie wird zum Vamp des deutschen Kinos. Der Film macht auch Hollywood auf sie aufmerksam. 1952 spielt sie unter Henry King in »Schnee am Kilimandscharo«.
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