Lexikon

Jukos-Affäre

russische Wirtschaftsaffäre, die zur Zerschlagung des Jukos-Konzerns und zur Verurteilung von Michail Chodorkowski führte. 2003 leitete die russische Staatsanwaltschaft ein Untersuchungsverfahren gegen Jukos wegen Verdachts der Steuerhinterziehung ein. 2004 erhoben die Behörden Steuernachforderungen von insgesamt 28 Milliarden US-Dollar, die der Konzern nicht begleichen konnte. Dadurch kam es zur Zwangsversteigerung des Unternehmenskerns Juganskneftegas, der von der bis dahin unbekannten Baikalfinanzgruppe gekauft wurde, die ihrerseits drei Tage später von dem staatlichen Ölkonzern Rosneft übernommen wurde.
Der Vorstandsvorsitzende und Hauptaktionär von Jukos, Michail Chodorkowski, wurde wegen Steuerhinterziehung und Betrug 2005 zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt, die später um ein Jahr reduziert wurde.
Der Fall sorgte international für Aufsehen, weil das Verfahren gegen Jukos und Chodorkowski rechtsstaatliche Mängel aufwies und von vielen Beobachtern als politisch motiviert angesehen wurde.
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