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LEXIKON

Kriegsfinanzierung

Beschaffung der für die Kriegführung benötigten Geldmittel. Früher wurde ein Kriegsschatz gebildet, heute stehen die Möglichkeiten der zusätzlichen Besteuerung, der Anleihenbegebung und der Geldschöpfung (geräuschlose Kriegsfinanzierung) zur Verfügung. Im 1. Weltkrieg waren Kriegsanleihen und Geldschöpfung in allen kriegführenden Ländern die Hauptquellen der Kriegsfinanzierung. Im 2. Weltkrieg wurde wegen der erkannten Inflationsgefahr zunächst auf eine scharfe zusätzliche Besteuerung zurückgegriffen. Die Ausdehnung der Kriegsproduktion wurde unter gleichzeitig ergriffenen Rationierungsmaßnahmen, Preis- und Lohnstopp energisch gefördert. Eine neue, gewaltige Schuldenaufnahme blieb mit fortdauerndem Krieg jedoch nicht aus. Die Alliierten hatten ab 1942 die Möglichkeit der Schuldenaufnahme bei den USA (Leih- und Pachtgesetz). Die Kriegsschulden wurden sowohl nach dem 1. als auch nach dem 2. Weltkrieg durch Inflationen entwertet oder durch Gesetz gestrichen. Die Staatsschulden betrugen 1945 in Deutschland 377,3 Mrd. Reichsmark, in Großbritannien 21,5 Mrd. £, in den USA 258,7 Mrd. $.
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