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LEXIKON

Technokratie

[
griechisch, „Herrschaft der Technik“
]
ein gesellschaftliches oder politisches System, in dem die Entscheidungen über alle sozialen und politischen Probleme allein nach technischen Kriterien und Gesetzmäßigkeiten erfolgen mit der Absicht, vor allem den (technischen) Fortschritt zu fördern. Kritisiert wird an diesem Gesellschaftsmodell, das nicht selten in dem Bemühen um reine Sachorientierung Dinge wie demokratische Strukturen oder übergeordnete (soziale) Wertorientierungen als hinderlich empfunden werden. Technokratische Politikmodelle entstanden zuerst in den 1920er Jahren in den USA. Dabei stand der Gedanke im Vordergrund, dass technisch gebildete Menschen („Sozialingenieure“) einen hohen Anteil an der politischen Lenkung der Gesellschaft erhalten sollten, weil nur sie in der Lage seien, ein effizientes Funktionieren des Staates zu sichern. In der Bundesrepublik Deutschland wurden diese Gedanken zu Beginn der 1960er Jahre insbesondere von H. Freyer und H. Schelsky aufgenommen. Das Wort Technokrat wird heute meist abwertend gebraucht; man versteht darunter einen Fachmann, dem das reibungslose Funktionieren seines „Apparats“ Selbstzweck ist.
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