Lexikon
Zisterziẹnserarchitektur
die Baukunst des Zisterzienserordens. Charakteristisch für die Kirchen der Zisterzienser sind die besondere formale Behandlung des Chors, das Fehlen von Krypten und Türmen und die äußerst sparsame Verwendung von Schmuckmotiven. Hinzu kommt, dass in nicht wenigen Bauten der Westfront eine offene Vorhalle angegliedert ist (Maulbronn). In den ältesten Zisterzienserkirchen, etwa in der um die Mitte des 12. Jahrhunderts errichteten Abteikirche von Fontenay, ist der Chor so gebildet, dass das an die Vierung sich anschließende Chorquadrat von schmalen rechteckigen Kapellen, für Einzelandachten und Bußübungen bestimmt, flankiert wird und Chor und Kapellen mit geraden Wänden abschließen. Seit dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts kamen weitere Kapellen hinzu, die sich um einen rechtwinklig um das Chorquadrat geführten Umgang gruppieren. Unter dem Eindruck der großen Umgangschöre wird das Chorquadrat mit einer polygonalen Apsis abgeschlossen und der Umgang entsprechend gestaltet. Die Kapellen behalten ihre rechteckige Grundrissgestalt und wirken wie durch Trennwände voneinander isolierte Joche eines äußeren Umgangs (Abteikirche in Clairvaux). Erst im Lauf des 13. Jahrhunderts erhielten die Kapellen einen polygonalen Abschluss (Abteikirchen in Royamont, Altenberg), so dass man nun den Grundriss einer Zisterzienserkirche kaum von dem einer anderen Abtei- oder Domkirche unterscheiden kann. Im Innern entsteht durch bewusstes Festhalten an schlichten Rundstützen und durch sparsame Verwendung von Profilen und Schmuckmotiven der Eindruck großer Schlichtheit.
Die Zisterzienserarchitektur hat in Deutschland die Entwicklung der übrigen Kirchenarchitektur stark beeinflusst; die Dome in Magdeburg, Nordhausen, Breslau, Bamberg, Osnabrück und Bremen sind dafür beispielhaft. Umgekehrt übernahm die Zisterzienserarchitektur Merkmale anderer Sonderformen. So ist z. B. das Hallenschema der Abteikirche in Haina von der Marburger Elisabethkirche angeregt worden. Im 15. und 16. Jahrhundert hatte die Zisterzienserarchitektur nur noch geringe Bedeutung.
Wissenschaft
„Spider-Man-Technologie“ entwickelt
Das Fantasy-inspirierte Verfahren zeigt Anwendungspotenzial. © Marco Lo Presti, Tufts University Er kann klebrige Spinnen-Fäden aus seinem Handgelenk abfeuern: Der Comic-Held Spider-Man hat Forschende zur Entwicklung einer raffinierten Technologie inspiriert. Dabei wird ein Strahl aus flüssiger Seide aus einer Düse abgeschossen,...
Wissenschaft
Auf der Suche nach Magrathea
Das Geschäft lief glänzend. Magrathea war der vermutlich reichste Planet der Galaxis. Die Arbeit der Hyperraum-Ingenieure war komplex und gefährlich: Unfassbare Mengen an Materie mussten durch eigens kreierte Weiße Löcher angesaugt werden, um die Luxus-Traumplaneten für die Superreichen der Galaxis zu bauen. Jeder Wunsch wurde...
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Bakterien – zum Fressen gern
Diagnose aus der Ferne
Vom Winde verweht
Turbo-Gestein aus Industrieabfällen
Ammoniak statt Wasserstoff?
Wie wir den Mars erwärmen könnten