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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Häuserkampf:
Bei diesem Begriff hat sich die Konnotation deutlich verändert. Der militärisch verwendete Ausdruck bezeichnete ursprünglich den Kampf von Haus zu Haus bei der Eroberung einer Stadt und ist von daher beispielsweise im Zweiten Weltkrieg mit der Schlacht von Stalingrad 1942/1943 oder der Eroberung Berlins durch sowjetische Truppen 1945 verbunden.
Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wird der Begriff aber auch im Zusammenhang mit der Hausbesetzerszene verwendet und steht für die meist illegale Besetzung eines Hauses, um etwa dessen Abbruch zu verhindern oder so genannte alternative Wohnformen durchzusetzen. Der militärische Unterton ist als Ausdruck einer Antihaltung gegen die etablierte Ordnung nicht unbeabsichtigt. Zu dieser Art von
Häuserkampf,
der hier mithin Ausdruck für einen sozialen Konflikt geworden ist, gehörten unter anderem die Auseinandersetzungen um das Westend in Frankfurt am Main ein Stadtviertel mit ursprünglich weitgehend erhaltener Gründerzeitbebauung, das seit den sechziger Jahren durch zunehmende Bürobebauung seinen Charakter völlig zu verändern drohte. Häuserkämpfe gab es auch um die Hafenstraße in Hamburg oder im Berliner Stadtteil Kreuzberg.
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