Wahrig Herkunftswörterbuch
Milchmädchenrechnung
Als Milchmädchenrechnung gilt eine „auf Trugschlüssen oder logischen Fehlern beruhende Erwartung“. Mit diesem Begriff belegen z. B. Politiker gern ihre Gegner, denen sie auf diese Weise unseriöse Berechnungen unterstellen. Sein Ursprung liegt vermutlich in zwei Fabeln aus dem 18. Jahrhundert: zum einen in der von Johannes Wilhelm Ludwig Gleim verfassten Geschichte Die Milchfrau, zum anderen in Johann Benjamin Michaelis' Der Milchtopf. Diese deutschen Fabeln gehen auf Lafontaines La laitière et le pot au lait („Das Milchweib und der Milchtopf“) zurück. In der Fabel trägt das Mädchen Perrette Milch in die Stadt und hüpft vor Freude, weil sie sich ausmalt, wie sie mit dem zu erwartenden Geld die schönsten Dinge kauft. Ihr Hüpfen bewirkt, dass der Topf hinfällt und all das, was sie sich erhofft hat, mit einem Mal dahin ist. Ausdrücklich genannt wird das wohl erst seit dem Jahr 1900 gebräuchliche Wort Milchmädchenrechnung jedoch in keiner der Fabeln.
Wissenschaft
Romantische Welt
Der Dichter Novalis, dem die Menschheit die blaue Blume der Romantik als Symbol einer Sehnsucht nach neuen Erlebnishorizonten verdankt, hat gefordert, man müsse die Welt romantisieren. Novalis hat das dazu nötige Vorgehen in vier Schritte eingeteilt, die man sich wie folgt vorstellen kann: Man müsse erstens etwas Bekanntes auf...
Wissenschaft
Die Stadt als Rohstoff-Mine
Die Rohstoffe vieler Häuser und Autos landen nach deren Lebensende auf dem Müll. Forscher wollen die wertvollen Materialien zurückgewinnen. von MARTIN ANGLER Alle Labors sind kalt, weiß und steril? Von wegen. Die Wohnung Nr. 270 im Schweizer Städtchen Dübendorf ist lichtdurchflutet und hat warme Holzböden mit flauschigen...