Wahrig Herkunftswörterbuch

Prinzipienreiter

Prinzipienreiter
Besonders um die Verbreitung des Substantivs Prinzipienreiter verdient gemacht hat sich Fürst Heinrich LXXII. Reuß zu Ebersdorf. 1845 ließ der Adlige, der erbost über den Umgang seiner Bediensteten untereinander war, folgenden Text in der Vossischen Zeitung abdrucken: „Seit 20 Jahre reite Ich auf einem Prinzip herum, d. h. Ich verlange, dass ein jeglicher bei seinem Titel genannt wird. Das geschieht stets nicht.“ Für dieses aus heutiger Sicht geringfügige Problem legte er eine Geldstrafe von einem Taler fest. Es verwundert daher nicht, dass man das Wort Prinzipienreiter für Menschen verwendet, die kleinlich auf etwas beharren, weil sie es als Prinzip anerkennen. Dass das Prinzip in der Redewendung auf einem Prinzip herumreiten die Eigenschaften eines Pferdes hat, liegt an der fast gleichbedeutenden frz. Wendung être à cheval sur les principes: Die frz. Prinzipien wurden im Deutschen zwar zu einem Singular, doch das wohl von den Sitten in alten französischen Reitschulen beeinflusste Bild des berittenen (bzw. in der extremen Form zu Tode gerittenen) Prinzips blieb.

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