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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Affe

über
mhd.
affe,
ahd.
affo aus
germ.
*apōn, weitere Herkunft unsicher; die seit dem 18. Jh. in der Soldatensprache gebräuchliche Verwendung i. S. v. „Tornister“ ist möglicherweise dessen Fellbezug zu verdanken oder aber ihr liegt die Vorstellung vom umherziehenden Schausteller zugrunde, der einen Affen auf seiner Schulter trägt
[Info]
Affe
Die großes Erstaunen anzeigende Wendung mich laust der Affe soll im 19. Jahrhundert in Berlin entstanden sein, wo sie als ick denke, der Affe laust mir immer noch beliebt ist. Diese volkstümliche Redensart steht in einer Reihe mit anderen gleichbedeutenden Wendungen, in denen Tiere absonderliche Dinge (mit Menschen) anstellen, wie z. B. ich glaube, mich knutscht ein Elch oder ich glaube, mein Schwein pfeift. Das Muster, nach dem diese Überraschungsformeln gebildet werden, ist heutzutage sehr produktiv. Der Affe taucht auch in anderen Wendungen auf: Wenn man seinem Affen Zucker gibt, also „übermütige Scherze macht“ oder „seine Neigungen auslebt“, basiert dies zum einen auf dem Bild des drolligen Affen im Zoo, den man mit Zucker zu tollen Späßen treibt. Zum anderen liegt hier die Vorstellung zugrunde, dass der Mensch, der so handelt, einen (mit dem Spieltrieb gleichzusetzenden) Affen in sich hat, der durch die Späße Nahrung erhält. Das hier angedeutete Rauschhafte, das mit dem Affen assoziiert wird, tritt noch stärker in der Wendung einen Affen (sitzen) haben „betrunken sein“ zutage. Diese lässt sich auf mehrerlei Weise herleiten: In Tschechischen gibt es das scherzhafte, exakt gleich ausgesprochene Paar opit se „sich betrinken“ und opice „Affe“. Andere Herleitungen führen die angebliche Trunksucht des Affen oder die Vorstellung, ein betrunkener Mensch sei von einem Affen besessen, an. In einigen Deutungen wird auch die mhd. Nebenbedeutung „Maske“ Masken werden oft mit Rausch und Verstellung assoziiert herangezogen.
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