Lexikon

Außenwirtschaftstheorie

Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Die ungleiche geographische Verteilung der natürlichen Ressourcen (landwirtschaftlich nutzbarer Boden, Klima, Rohstoffe u. a.) und die ungleiche Ausstattung der Länder mit produktiven Ressourcen sind die Grundtatsachen, die bedingen, dass durch internationalen Handel, d. h. durch Außenwirtschaftsbeziehungen, das internationale Produktionsniveau erhöht und das Wachstum gefördert werden kann. Außenwirtschaftliche Beziehungen tragen dazu bei, dass technologisches Wissen und menschliche Fähigkeiten weltweit genutzt werden. Besondere Probleme ergeben sich für die Außenwirtschaft durch die Existenz unterschiedlicher nationaler Währungs- und Rechtssysteme, handelspolitischer Schranken, Transportkosten u. a.
Die Außenwirtschaftstheorie untersucht die Bedingungen, unter denen internationale Wirtschaftsbeziehungen die wirtschaftliche Entwicklung fördern und das Wohlstandsniveau der Länder erhöhen. Sie fragt nach den Bestimmungsgründen der internationalen Spezialisierung in der Produktion und den damit verbundenen komparativen Vorteilen. Volkswirtschaften sollen sich auf die Erzeugung jener Produkte spezialisieren, die sie mit der größten relativen Effizienz herstellen können, und Handel treiben, um jene Güter zu erlangen, die sie nicht effizient zu produzieren in der Lage sind. Die sog. reine (reale bzw. güterwirtschaftliche ) Außenwirtschaftstheorie fragt nach den Faktoren, die über die Struktur, die Richtung und das Ausmaß des Außenhandels entscheiden, ferner nach den Einflussgrößen, die das reale Austauschverhältnis zwischen ex- und importierten Gütern bestimmen, und schließlich nach den Auswirkungen des Außenhandels auf den Wohlstand der Welt, einzelner Volkswirtschaften und verschiedener Personen. Gegenstand der monetären Theorie der Außenwirtschaft ist die Lehre vom Zahlungsbilanzausgleich; untersucht werden insbesondere die Zusammenhänge zwischen Zahlungsbilanz einerseits und Wechselkurs, Volkseinkommen und Preisen andererseits.
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