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LEXIKON

Cyberspace

[
ˈsaibəspɛis
]
virtuelle Realität
englisch virtual reality, Abkürzung VR, mittels Computer erzeugte, dreidimensionale künstliche Welt, in der einer mit entsprechenden Geräten ausgestatteten Person (Cybernaut) das Gefühl vermittelt wird, selbst Teil der vom Rechner simulierten Welt zu sein und darin agieren zu können. Durch ein fest mit dem Kopf verbundenes Sichtgerät (Datenhelm, Displaybrille, auch englisch eye-phone, „Augentelefon“ genannt) mit zwei Bildschirmen sieht der Benutzer z. B. das Bild einer computergenerierten Landschaft. Dem rechten bzw. linken Auge wird die jeweilige Szene unter einem etwas anderen Blickwinkel gezeigt, so dass ein Tiefeneindruck entsteht. Blickrichtung und Körperbewegungen werden von Sensoren aufgenommen, digitalisiert und vom Rechner in entsprechende Veränderungen der dargestellten Szene umgesetzt. Aktionen können u. a. über gesprochene Befehle per Spracherkennung oder mit einem Datenhandschuh (englisch data glove) ausgelöst werden. Mit dem Datenhandschuh, der Hand- und Fingerbewegungen sowie die räumliche Position der Hand in elektrische Signale umsetzt, wird z. B. eine im Blickfeld sichtbare Hand so gesteuert, dass sie den Bewegungen der realen Hand folgt. Berührt diese Hand einen Gegenstand in der VR, wird über Elemente zur Berührungsrückmeldung (z. B. aufblasbare Luftpolster) im Datenhandschuh ein taktiler Reiz vermittelt. Eine Weiterentwicklung ist der Datenanzug (englisch data suit), der sämtliche Körperbewegungen registriert und auch äußere Reize vermittelt.
Anwendung findet die VR-Technik bereits bei militärischen und zivilen Flug- und Fahrsimulatoren, Computerspielen, in der Weltraumfahrt, Medizin und Architektur. Kritische Stimmen weisen auf die Gefahr hin, dass mit zunehmender Perfektionierung des Cyberspace Menschen zur Flucht aus der Realität verführt werden könnten.
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