Lexikon

Emailkunst

[eˈmai-; französisch]
das Verwenden von farbigem Email zu künstlerischen Zwecken und die in der Technik des Drahtemails, des Zellen-, des Voll-, des Gruben- und des Furchenschmelzes hergestellten kunsthandwerklichen Arbeiten über einem Metallträger. Die Anfänge der Emailkunst lassen sich bis zu den im 3. Jahrtausend v. Chr. im Indus-Gebiet entstandenen Zelleneinlagen aus Glas und Stein zurückverfolgen; die ältesten als Schmelzarbeiten ausgeführten Werke stammen jedoch erst aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. und gehören dem ägäischen Kulturkreis (Zypern) an. Ihren ersten Höhepunkt hatte die Emailkunst in der keltischen Kunst des 1.3. Jahrhunderts. Die zu hoher Vollendung entwickelten Emailtechniken der byzantinischen Kunst, die erstmals auch figürliche Darstellungen erlaubten, wurden bis zur ottonischen Zeit vorbildlich für die Emailkunst des europäischen Mittelalters.
Den Hauptgattungen der Emailkunst verwandt ist das um 1300 in Italien entwickelte Drahtemail mit Gold- oder Silberdrähten, die auf die Tragplatte gelötet waren und als Dekorumrisse dienten. Dieses Verfahren blieb bis zum 17. Jahrhundert in der osteuropäischen Volkskunst lebendig.
Im Eis sind Mammutleichen gut konserviert (Illustration). ©Colossal Biosciences
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