Lexikon
Geldmengenziel
die Strategie einzelner Zentralbanken, u. a. auch der Europäischen Zentralbank, die Zentralbankgeldmenge im Jahresverlauf oder im Jahresdurchschnitt nur um einen festen Prozentsatz bzw. eine feste Marge zunehmen zu lassen. Die Formulierung eines Geldmengenziels geht von der Überlegung aus, dass die Gefahren einer prozyklischen Verstärkung der Konjunkturschwankungen aufgrund von Wirkungsverzögerungen der Geldpolitik geringer sind, wenn die offizielle Geldpolitik einer festen Regel unterworfen wird (Regelbindung, Friedman’sche Regel). Die Vorteile des Geldmengenziels liegen in der Stetigkeit der Geldpolitik und der besseren Information wichtiger Wirtschaftsgruppen (Gewerkschaften, Unternehmer) für ihre Entscheidungen (z.· B. im Rahmen von Tarifverhandlungen) nach der öffentlichen Bekanntgabe des Geldmengenziels. Die Probleme liegen in der Wahl eines geeigneten Geldmengenaggregats, der richtigen Zielgröße und in der Kontrolle des verkündeten Geldmengenziels.
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