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LEXIKON

Lactseintoleranz

Milchzuckerunverträglichkeit; Lactasemangel
Beschwerdebild, das sich besonders nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten einstellt und auf eine fehlende oder verminderte Produktion des Enzyms Lactase in der Dünndarmschleimhaut zurückgeht; die mit Milchprodukten aufgenommene Lactose (Milchzucker) kann nicht gespalten und durch die Schleimhaut resorbiert werden. Sie wandert weiter in den Dickdarm und wird durch Darmbakterien vergoren, was zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall führt. In Europa sind etwa 1520% der erwachsenen Bevölkerung betroffen, in anderen Regionen der Welt ist die Lactoseintoleranz Erwachsener hingegen der Normalzustand (in Asien und Afrika über 90% der Bevölkerung). Der Grund ist, dass eine mit zunehmendem Alter sich entwickelnde Lactoseintoleranz eine ursprüngliche Eigenschaft des Menschen ist. Erst mit dem Aufkommen der Viehzucht in der Jungsteinzeit in manchen Regionen konnte sich hier eine genetische Veränderung durchsetzen, weil sie Überlebensvorteile bot, mit der nun auch Erwachsene Lactose verdauen konnten.
Zur Vermeidung der Beschwerden sollten Betroffene weitgehend auf Milch und Milchprodukte und andere lactosehaltige Lebensmittel verzichten. Mittlerweile sind auch verschiedene lactosefreie Milchprodukte auf dem Markt.
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