Lexikon

Leben-Jesu-Forschung

zusammenfassende Bezeichnung für die wissenschaftlichen Versuche des 19. Jahrhunderts, das Leben Jesu auf Grund der evangelischen Quellen zu beschreiben. Reimarus hatte Jesus die Züge eines Aufklärers gegeben, aber auch die historische Distanz zwischen Jesus und uns und eine bemerkenswerte Diskontinuität zwischen der Verkündigung Jesu und der Urgemeinde entdeckt. In der Folge bemühten sich Rationalisten und Fundamentalisten um ein erklärbares Bild Jesu, z. T. in der Form von Jesusromanen. Aufsehen erregte vor allem die ältere rationalistische Leben-Jesu-Forschung mit ihren Hauptvertretern D. F. Strauß und E. Renan. Nach Strauß ist Jesus durch Übertragung alter Mythen auf seine Person zu einem zeitlosen Symbol geworden. Renan vertrat die Auffassung von einer psychologischen Entwicklung Jesu von einem freundlichen Schriftgelehrten zu einem Revolutionär. In der Folge wurde Jesus zum Idealbild reiner Humanität und zum religiösen, politischen, sozialen und kulturellen Reformator. A. Schweitzer war es, der mit seiner „Geschichte der Leben-Jesu-Forschung“ die Fragwürdigkeit des gesamten Unternehmens erkannte, und die „Formgeschichte“ von M. Dibelius, R. Bultmann u. a. zeigte dann endgültig, dass die Evangelien keine Biografien Jesu darstellten, sondern Predigten der Urgemeinde, in der auch Erinnerungen an den historischen Jesus aufbewahrt worden sind. Nach Jahren des völligen Erliegens der Leben-Jesu-Forschung gab es wieder die Frage nach dem historischen Jesus (E. Käsemann, G. Bornkamm u. a.), die sich aber damit begnügt, einige Begebenheiten aus dem Wirken Jesu chronologisch einzuordnen; eine Biografie Jesu nachzuzeichnen, hat man aufgegeben.
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