Lexikon
Löwenaffen
LeontopithecusGattung der Krallenaffen mit 2 Arten: der Löwenaffe, Leontopithecus rosalia, mit löwenfarbenem Fell, lebt im Amazonasgebiet; erst 1988 wurde Leontopithecus caissara auf einer Insel vor der Ostküste Brasiliens entdeckt. Beide gehören zu den seltensten und gefährdetsten Krallenaffen.
Leontopithecus rosalia
Verbreitung: Brasilien
Lebensraum: Primär- und Sekundärwald
Maße: Kopf-Rumpflänge 20–34 cm, Gewicht 380–700 g
Lebensweise: tagaktiv; Gruppen von 2–8 Tieren
Nahrung: Insekten, Spinnen, Früchte, Baumsäfte, Blüten, Blätter, Nektar, Eidechsen, Eier, Nestlinge, Baum frösche
Tragzeit: 13–2145 Tage
Zahl der Jungen pro Geburt: 1–2, selten 3
Höchstalter: über 10 Jahre
Gefährdung: vom Aussterben bedroht, geschützt durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen
Neue Affenart entdeckt
Ein sensationeller Fund auf einer Atlantikinsel vor der Ostküste Brasiliens zeigt einmal mehr, wie lückenhaft trotz aller wissenschaftlichen Anstrengungen unsere Kenntnisse der uns umgebenden Natur heute noch sind: Zwei Zoologinnen entdeckten dort im Jahre 1990 eine der Wissenschaft bislang unbekannte Affenart.
Die kleinen Tiere, von den Biologen auf den Namen Leontopithecus caissara getauft, gehören zur Gattung der Löwenaffen, deren andere Art, Leontopithecus rosalia, mit mehreren Unterarten auf dem brasilianischen Festland beheimatet ist.
Die Fachwelt wunderte sich einmal mehr, wie es passieren konnte, dass sich die 30 cm langen und etwa 700 g schweren Tiere bis fast zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts der Beobachtung entziehen konnten, obwohl ihre Heimatinsel vor der dicht besiedelten Küstenregion Ostbrasiliens liegt. Die jetzigen Entdeckerinnen gerieten durch ein Buch aus dem vorigen Jahrhundert auf die Spur der Tiere, in dem Beschreibungen von Affen an der brasilianischen Küste enthalten waren, das aber von den Zoologen bis dahin nicht zur Kenntnis genommen worden war.
Wissenschaft
E-Nasen
Ein künstlicher Geruchsinn aus elektronischen Sensoren soll dabei helfen, verdorbene Lebensmittel aufzuspüren, Schadstoffe oder Drogen zu entdecken und Krankheiten in der Atemluft zu erschnüffeln. von TIM SCHRÖDER Wenn Frühchen eines nicht vertragen, dann ist es Stress. Ihr Körper ist weit weniger entwickelt als der von Kindern,...
Wissenschaft
Wie Landwirtschaft das Klima schützt
Ackerbau und Viehhaltung gelten als ein wesentlicher Treiber des Klimawandels. Doch würde sie anders betrieben als bisher, könnte die Landwirtschaft im Gegenteil die Erderwärmung deutlich bremsen. von HARTMUT NETZ Vier Promille sollen es richten. Stiege der Humusgehalt aller landwirtschaftlichen Böden weltweit um nur vier...