Lexikon
Reafferẹnzprinzip
von E. von Holst und H. Mittelstaedt 1950 aufgestelltes Funktionsmodell biologischer Regelkreise. Danach werden alle Meldungen, die von der Peripherie zum Zentralnervensystem (ZNS) laufen, als Afferenzen bezeichnet; alle Befehle aber, die vom ZNS ausgehen, um Bewegungen (Motorik) in Gang zu setzen, als Efferenzen. Nach dem Reafferenzprinzip verbleibt zu jeder Efferenz, die eine Motorik im Erfolgsorgan in Gang setzt, eine Kopie im ZNS, die den Sollwert der Bewegung festhält. Erst wenn vom Erfolgsorgan eine Rückmeldung, die Reafferenz, eintrifft und diese mit dem Sollwert auf der Kopie übereinstimmt, wird der Befehl als ausgeführt betrachtet und die Kopie gelöscht. Als Rezeptoren für die Reafferenz gelten Muskelspindeln und Sehnenkörper. Wenn die Ausführung eines Befehls gestört wird, also die Reafferenz nicht mit dem Sollwert der Kopie übereinstimmt, bleibt der Befehl spontan bestehen, bis er ausgeführt ist. Solche zusätzlichen Störgrößen nennt man Exafferenzen. Sie machen den Organismus „aufmerksam“ und geben ihm die Möglichkeit, seine Reaktion auf veränderte Umweltbedingungen einzustellen. Nervensystem.
Wissenschaft
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Wissenschaft
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