Lexikon
Walther von der Vogelweide
Walther von der Vogelweide
Walther von der Vogelweide
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Walther von der Vogelweide führte den Minnesang und die Sangspruchdichtung durch vielfältige Neuerungen und Weiterentwicklungen zu einem neuen Höhepunkt. In Auseinandersetzung mit dem höfischen Minnesang (u. a. seines Lehrers Reinmar) wandte er sich mit seinen „Mädchenliedern“ und den „Liedern der Niederen Minne“ von der reinen Standesdichtung ab und schuf ein neues Ideal von gegenseitiger Liebe, Sinnlichkeit und Gleichwertigkeit von Tugendadel und Geburtsadel. Mit Elementen aus Tanzlied, Vagantendichtung und Pastorelle erweiterte Walther das Themen- und Formenspektrum und verschaffte dem Minnesang eine neue gesellschaftliche Reichweite. Als Erster entwickelte er die Spruchdichtung zu einer höfischen Kunstform; wichtigste Neuerung ist die Einführung aktuell politischer Themen (Kritik am drohenden Zerfall des Reiches und am pästlichen Machtanspruch). Im Spätwerk finden sich auch religiöse (Marienleich) und elegische Gedichte. Insgesamt sind 448 Strophen Walthers in rund 30 handschriftlichen Textzeugnissen überliefert.
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