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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

Hautgout

Haut|gout
[o:gu:]
m.
, s
, nur Sg.
intensiver Geschmack gut abgehangenen Wildbrets;
einen H. haben
übertr.
etwas fragwürdig, anrüchig sein
[< 
frz.
hautgoût
in ders. Bed., < 
haut
„stark, hoch“ und
goût
„Geschmack“]
Hautgout:
Der aus dem Französischen übernommene Begriff (aus
haut
„hoch“, „stark“ +
gout
„Geschmack“) bezeichnet den scharfen, intensiven Geschmack lange abgehangenen Wildfleisches, der durch die beginnende Zersetzung des Eiweißes entsteht.
Hautgout
ist also Zeichen eines einsetzendes Fäulnisprozesses auf Grund der mangelnden Kühlmöglichkeiten in früheren Zeiten. Einst wurde solches Fleisch dann mehrere Tage in einem Sud aus Rotwein und Gewürzen gebeizt, um Geruch und Geschmack des Hautgout zu überdecken. In der Kochkunst heutzutage hat Wild keinen Hautgout mehr und das Einlegen in Rotwein, Buttermilch oder Marinaden dient lediglich der Aromatisierung.
Aus dem ursprünglichen, konkreten Wortsinn „starker Beigeschmack“ entstand dann die übertragene Bedeutung von
Hautgout
als Anrüchigkeit. Bei einem Vorgang
mit Hautgout
oder einer Sache, die
Hautgout hat,
stimmt etwas nicht. Was in Ordnung ist, ist
ohne (jeden) Hautgout
.
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