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Extremböden: Zu viel Wasser, Eis und Salz

Was unterscheidet Moore von anderen Böden?

Verglichen mit den Mineralböden liegt der Anteil der organischen Substanz in Mooren mit mindestens 30 % am Bodenkörper deutlich höher. Ihre Humushorizonte werden mehrere Meter dick. Je nachdem ob ein Moor unter Einfluss von Grundwasser oder Niederschlagswasser entsteht, unterscheidet man zwischen Nieder- und Hochmooren.

Wann entsteht ein Moor?

Wenn Grundwasser oder dauernde Nässe durch Niederschläge im Boden zu Luftmangel führen und dadurch ein Abbau der abgestorbenen Biomasse behindert wird. Als Folge davon bildet sich Torf, eine im Wasser aus Resten von Schilf, Seggen, Binsen, Wollgras, Moosen und anderen Pflanzen entstehende Humusform. Niedrige Temperaturen und nährstoffarmes Gestein begünstigen die Moorbildung.

Niedermoore entwickeln sich häufig im Uferbereich stehender Gewässer. Im Lauf der Zeit rückt das Moor seewärts vor, bis das Gewässer schließlich ganz verlandet ist. Erlen und Weiden am Rand sowie Moorbirke und Kiefer im Kernbereich bilden die typische Niedermoorvegetation. Mit der Zeit wird der Torfkörper immer mächtiger, bis er nicht mehr im Einflussbereich des Grund- oder Seewassers liegt. Die Wasser- und damit die Nährstoffzufuhr geschieht nun ausschließlich über die Niederschläge. Es entstehen Hochmoore. Unter ozeanisch-feuchten Klimabedingungen wie in Nordwestdeutschland sind sie bei wachsender Torfdecke von Binsen und Wollgras bedeckt; unter trockeneren Klimabedingungen trocknet dagegen der Oberboden aus. Trotz Nährstoffarmut bleiben dem Hochmoor aber einzelne Bäume erhalten, beispielsweise die Latschen in Süddeutschland.

Was kennzeichnet Dauerfrostböden?

Eigenwillige Wege beschreitet die Bodenbildung in kalten Regionen, deren Jahresdurchschnittstemperatur unter –2 °C liegt. Dort sind die Böden dauerhaft gefroren. Man nennt sie daher auch Dauerfrostböden oder Permafrost.

Permafrost ist eine aus »permanent« und »Frost« gebildete Abkürzung und bedeutet soviel wie Dauerfrostboden. In den eisfreien Gebieten der Polar- und der Subpolarregion, also in weiten Teilen Sibiriens, Kanadas und Alaskas, sowie in Hochgebirgsregionen ist der Boden in tieferen Schichten ganzjährig gefroren. Die Sonneneinstrahlung in den kurzen Sommern lässt den Bodens bis zu höchstens einem Meter Tiefe auftauen. Das Schmelzwasser kann nicht versickern, da es im Untergrund auf das kompakte Eis trifft. Die Böden durchnässen stark, und häufig bilden sich weite Moor- oder Sumpfflächen.

Ein besonderes Phänomen, das in Gebieten mit Permafrost beobachtet werden kann, ist das Bodenfließen: In Hanglagen mit mehr als zwei Grad Neigung bewegen sich die im Sommer aufgetauten Bodenschichten als zähflüssige und wassergesättigte Masse über die permanent gefrorenen Bodenlagen. Als typische Oberflächenform entsteht ein Frostmusterboden. Auf Ebenen oder an nur schwach geneigten Hängen lagern sich die Bodenteilchen beim Auftauen und Gefrieren um. Besteht der Boden aus unterschiedlichem Material, findet eine Sortierung statt, die gut erkennbar ist. Dabei entstehen verschiedene geometrische Muster wie Ringe, Netze oder Girlanden.

Kann Wasser dem Boden schaden?

Nein, aber es kann einst fruchtbare Böden zerstören – durch das in ihm enthaltene Salz.

Zur Versalzung des Bodens kommt es in Wüsten- oder Halbwüsten, wo die schnelle Verdunstung des wenigen Grundwassers das gelöste Salz übrig lässt. Manchmal entstehen an der Oberfläche ausgeprägte Salzkrusten. Salzböden bilden sich aber auch in Gegenden, die häufig von salzhaltigem Meerwasser überflutet werden.

Im Zusammenhang mit einer ausgedehnten künstlichen Bewässerung kann es in Trockengebieten zu einer künstlichen Bodenversalzung kommen. Durch unsachgemäße Entwässerung der Felder reichern sich die Salze im Boden recht schnell an. Weite Gebiete z. B. in Indien, Ägypten, im Irak, aber auch in den USA sind durch Versalzung unfruchtbar geworden.

Wie wird Torf abgebaut?

Moore wurden in vergangenen Jahrhunderten vielfach – in Skandinavien und Irland heute noch – zur Torfgewinnung genutzt. Hierbei wird zunächst die oberste, stark humifizierte Lage des Moors abgeräumt und das Moor bis zum Mineralboden abgetorft. Der überwiegende Teil des Torfs wird wegen seines hohen Kohlenstoffgehalts als Brennmaterial verwendet. Einen anderen Teil arbeitet man in den nährstoffarmen Mineralboden ein, um dessen Fruchtbarkeit zu erhöhen. In Deutschland wurden Moore ab dem 18. Jahrhundert systematisch kultiviert.

Wussten Sie, dass …

Moorleichen durch fäulnishemmende Humin- und Gerbsäuren im Moorwasser nicht verwesen? Die wohl berühmteste Moorleiche ist der Tollund-Mann, der mit einer Schlinge um den Hals in einem dänischen Moor gefunden wurde.

Permafrostböden perfekte Kühlkammern sind? Aus dem Bodeneis Sibiriens stammen bestens konservierte, bis zu 50 000 Jahre alte Mammutkadaver.

Salzpfannen besonders lebensfeindliche Wüsten sind? Sie entstehen in Trockengebieten, wenn sich Salze über Jahrhunderte an der Oberfläche anreichern.