Wahrig Herkunftswörterbuch

Binsenweisheit
Für die Binsenweisheit, die „längst bekannte Wahrheit“, gibt es zwei Herleitungen. Die erste hat ihren Ursprung in römischer Zeit: Die lat. Wendung nodum in scirpo quaerere (wörtlich „den Knoten an der Binse suchen“) bedeutete „Schwierigkeiten dort suchen, wo es keine gibt“ und wurde bereits im 16. Jahrhundert in der wörtlichen deutschen Übersetzung oder als einen Knopf an der Binse suchen verwendet. Den Römern galt die allgegenwärtige Binse, die ohne Knoten emporwächst, aufgrund ihres glatten Stängels als „einfache Sache“ ähnlich einer sattsam bekannten, nicht erwähnenswerten Wahrheit. Die zweite Herleitung der Binsenweisheit als „Geheimnis der Binsen“ legt die griechische Mythologie zugrunde: Apollon und Pan trugen einen Musikerwettstreit aus. Als König Midas seinen Favoriten nennen musste, wählte er Pan. Der gekränkte Apollon ließ Midas daraufhin Eselsohren wachsen, und der so Entstellte bat seinen Friseur, das Geheimnis nicht weiterzuerzählen. Der Friseur aber vertraute es einem Loch im Boden an, die Binsen hörten alles mit und trugen es weiter.
Erdaufschüttung
Wissenschaft

Das Land, das die Sklaven formten

Im Mittelalter erstreckte sich im Süden des heutigen Irak eine Kulturlandschaft, in der die arabischen Eliten mittels eines gewaltigen Bewässerungsnetzwerks eine Plantagenwirtschaft betrieben. Zur Arbeit dort wurden Tausende Sklaven gezwungen, die sogenannten Zanj. von DAVID NEUHÄUSER Es wird von unmenschlichen Bedingungen...

Nahaufnahme einer Strandkrabbe
Wissenschaft

Auch Krabben fühlen Schmerz

Schalentiere wie Krebse und Krabben dürfen bislang lebendig zerlegt oder gekocht werden, um sie zu essen. Denn im Gegensatz zu Kühen und Schweinen fühlen die Krebstiere angeblich keinen Schmerz. Nun haben Forscher bewiesen, dass das nicht stimmt. Im Gehirn von Strandkrabben treten durchaus Schmerzsignale auf, wenn ihre Weichteile...

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