Wahrig Herkunftswörterbuch

Fettnäpfchen
Wie so viele andere Redensarten hat auch die Wendung (bei jemandem) ins Fettnäpfchen treten „etwas Kompromittierendes sagen od. tun“ einen realen Hintergrund. Es gibt eine Reihe regionaler Herleitungen, die aber alle auf ein Gefäß voller Fett in einem Bauernhaus aufsetzen. Eine besagt, dass die Bauern im Erzgebirge zwischen Haustür und Ofen das Fettnäpfchen mit Stiefelfett für diejenigen bereithielten, die mit durchnässten Stiefeln eintraten. In der westfälischen Variante ist das Fettnäpfchen ein Töpfchen, in das das Fett der Würste tropfte, die zum Trocknen an der Esse hingen. In beiden Fällen galt, dass man nicht gegen dieses Töpfchen treten sollte, denn die dabei entstehenden Flecken missfielen der Hausfrau sehr. Die übertragene Bedeutung der Wendung greift diesen überregionalen Verdruss auf.
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