Wahrig Herkunftswörterbuch

Kolportage/kolportieren
Wörter auf age verraten sofern sie im Auslaut wie Garage ausgesprochen werden ihre französische Herkunft, und auch bei vielen Verben auf ieren ist das so. Grundlage des Substantivs Kolportage, das heute nur noch übertragen „Verbreitung von Gerüchten“ bedeutet, ist das vom
frz.
colporter abgeleitete Verb kolportieren. Das frz. Verb bedeutete ursprünglich „herumtragen, feilbieten“ und wurde auf Hausierer angewandt, die vor allem Bücher mit sich herumtrugen und zu verkaufen suchten. Dass diese Bücher ihnen oft in einem Bauchladen um den Hals (frz. cou bzw. col) hingen, beeinflusste das Wort entscheidend, denn sowohl das
lat.
Ausgangswort comportare „zusammenbringen“ als auch die gleichbedeutende
altfrz.
Zwischenstufe comporter trugen noch ein m statt des von col stammenden l in sich. Die Verschiebung der Bedeutung von „hausieren“ zu „Gerüchte verbreiten“ wird verständlich, wenn man bedenkt, dass noch heute die Rede davon ist, dass jemand mit etwas hausieren geht, wenn er Gerüchte verbreitet oder ein Geheimnis nicht für sich behalten kann. Hausierer hatten ebenso wie Friseure Kontakt mit Leuten aus allen Schichten und hörten dabei viel, was sie anderen weitererzählten.
Doktor, Mann, Laptop
Wissenschaft

Diagnose aus der Ferne

Dermatologen sind Vorreiter der Telemedizin – und werden dabei künftig von Künstlicher Intelligenz unterstützt. von FRANK FRICK Hautärzte sind bei der Telemedizin führend: Laut der Analyse des US-amerikanischen Marktforschungsinstituts Goldstein Market Intelligence aus dem letzten Jahr entfallen weltweit rund 30 Prozent aller...

Gehirn und Cannabis
Wissenschaft

Cannabis beeinflusst das Arbeitsgedächtnis

Wer gerade gekifft hat, kann nicht unbedingt Bestleistungen bei Denkaufgaben erwarten. Doch wie wirkt sich Cannabis langfristig auf das Gehirn aus? Die bisher größte Studie zu diesem Thema zeigt anhand von Hirnscans von über 1000 Freiwilligen, dass das Arbeitsgedächtnis bei intensiven Konsumenten weniger aktiv ist – auch, wenn...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch