Wahrig Herkunftswörterbuch

Morgen

das Substantiv geht zusammen mit
altengl.
morgen und
altfrz.
morgen auf
germ.
*murg(e)na „Morgen“ zurück; außergermanische Verwandtschaften mit slawischen Wörtern in der Bedeutung „dämmern“ deuten auf eine Ausgangsbedeutung „Dämmerung“ hin; die Quelle hierfür ist
idg.
*merk „funkeln, blinken“; die Bezeichnung Morgen als Flächeneinheit bezieht sich auf die Menge Land, „die an einem Morgen bearbeitet werden kann“; das Adverb
morgen
war zunächst in der Bedeutung „am Morgen“ gebräuchlich, entwickelte sich dann zu „am Morgen des folgenden Tages“ und schließlich zu „der folgende Tag“, dazu auch
morgens;
Zus. Morgenstund
[Info]
Morgen: Morgenstund hat Gold im Mund
Nicht eben sofort erschließbar sofern man den Menschen zum Maßstab macht ist das positive Bild des Goldes im Munde der Morgenstunde. Im Mittelpunkt des Sprichwortes steht aber nicht die menschliche Welt, sondern vermutlich göttliche Sphären.
In dem bereits 1585 belegten Sprichwort Morgenstund hat Gold im Mund „frühes Aufstehen lohnt sich“ geht es nach den meisten Deutungen um die Göttin der Morgenröte, die anmutige Aurora, die nach alter (nordeuropäischer) Vorstellung Gold in Mund und Haar trägt. In Schweden sagt man, dass ihr beim Lachen ein Goldring aus dem Mund falle, in Norwegen sind es Goldstücke und in Dänemark Edelsteine. Das Sprichwort hat wohl einen lateinischen Vorgänger in aurora musis amica „Aurora / die Morgenröte ist die Freundin der Musen“. Dies habe sich auf das Studieren bezogen und sei auch als Morgenstund hat Brot im Mund oder morgens studiert man am besten wiedergegeben worden. Andere behaupten, mit Mund sei in diesem Sprichwort nicht der Mund, sondern das untergegangene Substantiv die Mund „Hand, Schutz“ gemeint, das lediglich in Begriffen wie Bevormundung und Mündel noch erhalten ist.
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