Wahrig Herkunftswörterbuch
Phönix
Wer wie ein Phönix aus der Asche steigt bzw. sich aus ihr erhebt, ersteht nach unserem heutigen Verständnis nach einem vollkommenen Zusammenbruch neu und dem Anschein nach unversehrt. Dass es sich dabei um einen mythischen Vogel handelt, ist vielen bekannt, doch dass die Sage aus dem Orient stammt, wissen nur wenige. Nach der Überlieferung war Phönix (aus dem
griech.
phoinix „purpurrot“, zu altägyptisch benu „der Wiedergeborene“, eigentlich „der neu geborene Sohn“) ein Wundervogel mit einer für menschliche Maßstäbe unermesslichen Lebensdauer – Hesiod schreibt um 700 vor Christus, Phönix werde 97 200 Jahre alt. Dieses Lebensalter setzte man oft in Bezug zur Dauer eines Sonnenjahrs. Doch da er so unfassbar lange lebt, benötigt Phönix eine Verjüngungskur, der er sich einer Version des Römers Plinius zufolge auf die folgende Weise unterzieht: Er setzt sich in ein Nest, wartet dort, bis die Sonnenstrahlen es entzünden, lässt sich im Feuer verbrennen, wird zunächst zu Asche und später zu einem Wurm, der sich in ein Ei verwandelt, aus dem ein verjüngter Phönix schlüpft. Einige Jahrhunderte nach Hesiod korrigierten die Griechen ihre Schätzung und nahmen an, er erreiche ein Alter von zirka 300–500 Jahren. Auch die Christen deuteten den Phönix (zum Beispiel in einer Handschrift, die um 1200 entstand und als Millstätter Physiologicus bekannt ist) als ein Symbol der Auferstehung Christi.
Wissenschaft
Eine doppelte Überraschung
Biber und Fischotter waren lange aus weiten Teilen Europas verschwunden. Nun kehren beide zurück und verblüffen dabei die Fachwelt. von KURT DE SWAAF Ihre Spuren sind unübersehbar. Schon von der Alten Brücke aus erkennt man gefällte Weidenstämme, deren kahle Spitzen jetzt im Fluss liegen. Näher dran, am Ufer, gibt es weitere...
Wissenschaft
Superkleber aus Schleim und Muschelproteinen
Eine Barriere aus Schleim schützt unsere Schleimhäute vor schädlichen Einflüssen – sei es im Mund vor eindringenden Bakterien oder im Magen vor der Magensäure. Einen entscheidenden Beitrag dazu leisten sogenannte Muzine, die strukturgebenden Bestandteile des Schleims. Deren positive Eigenschaften haben sich Forschende nun zunutze...