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Der Froschzehen-Reifen

Alexander Stahr

Baumfrösche in den Wäldern Mittelamerikas brauchen zum Überleben eine besondere Fähigkeit: eine sehr gute Haftung am Untergrund. Diese Fähigkeit erweckte das Interesse der Reifenindustrie. Obwohl Autoreifen eigentlich die Todfeinde der Frösche sind, hat sich zwischen ihnen und Autoreifen eine überraschend konstruktive Beziehung ergeben.

Ein großer deutscher Reifenhersteller hat in Zusammenarbeit mit der Universität Glasgow die haftstarken Zehenballen der Frösche untersucht. Bioniker untersuchten die Feinstruktur der Froschfüße und fanden Erstaunliches heraus.

Das Elektronenrastermikroskop zeigt eine wabenartige Struktur. Diese Struktur passt sich mit größtmöglicher Kontaktfläche an den Untergrund an. Bei Testfahrten mit entsprechend konstruierten Autoreifen ergaben sich verblüffende Eigenschaften.

Das neu entwickelte Wabenlamellenprofil krallt sich vor allem bei Nässe, Schnee und Eis regelrecht in den Untergrund und erreicht eine deutlich bessere Bodenhaftung. Seit 1999 sind Reifen mit dem Wabenlamellenprofil auf dem Markt.

Auch der Eisbär bewegt sich bekanntermaßen sicher auf Eis und Schnee. Und die Reifenbauer planen auch Untersuchungen an diesem größeren Tier, bei dem die Gewichtsverhältnisse denen eines Autos wesentlich näher kommen als beim Frosch.

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