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Die Gecko-Klebefolie

Alexander Stahr

In warmen Ländern sind Geckos so etwas wie Hausmaskottchen. Niemand würde die eidechsenähnlichen Tiere mit den Glubschaugen aus dem Haus vertreiben. Sie sind die besten Moskitofänger der Welt. Denn all die Krabbelviecher, die so gerne an der Decke sitzen, sind vor Geckos nicht sicher.

Geckos laufen selbst über senkrechte Fensterflächen, obwohl sie immerhin bis zu 150 Gramm wiegen. Klebstoff kann es nicht sein. Geckos, die durch Sand laufen, huschen in der nächsten Sekunde eine Mauer hoch. Geckos besitzen an den Fußzehen Lamellen, die fast wie die Linien unserer Fingerabdrücke aussehen.

Diese Lamellen bestehen wiederum aus winzigen Haaren. Und: die winzigen Haare bestehen wiederum aus noch winzigeren Härchen. Und das ist der geniale Trick. Durch die extrem feine Annäherung, die durch diese riesige Oberfläche aus Härchen ermöglicht wird, wirken zwischen den Geckofußhaaren und dem Untergrund schwache Anziehungskräfte. Ganz egal woraus dieser besteht.

So schwach die Wirkung zwischen einem Härchen und der Oberfläche auch sein mag, in ihrer Menge würde sie genügen um ein Gewicht von 30 Kilogramm zu halten. Sobald der Gecko den Fuß anhebt, ist diese Kraft nicht mehr wirksam.

Die Forscher haben es nicht beim Beobachten belassen, sondern die Membranen von Mikrofiltern mit Polyester oder Silikongummi beschichtet, um ebenfalls möglichst große Oberflächen zu erhalten.

Und siehe da, es hat geklappt. Möglicherweise wird es demnächst Klebefolie geben, die unter Wasser, im Vakuum und auch nach dem Bad im Sandkasten noch klebt. Nach dem Vorbild Gecko haben britische Bioniker auch den Kletterroboter „Robug“ entwickelt, der senkrechte Wände hochgehen kann.

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