Lexikon

Aleviten

[-ˈvi:-; „Anhänger Alis“]
zweitgrößte islamische Religionsgruppe in der Türkei; entstanden im 13.16. Jahrhundert in Anatolien aus der Verschmelzung schiitischer, altchristlicher und schamanitischer Elemente. Nach der alevitischen Lehre schuf Gott alle Menschen gleichwertig; Gott lebt im Menschen, äußere, ritualisierte Glaubens- und Gesetzespflichten (wie in Scharia und Sunna dargelegt) sind daher unbedeutend; das religiöse Leben findet in Gemeinschaftsversammlungen (Cem) statt; das Amt des Geistlichen (Dede bzw. Ana für weibliche Geistliche) ist traditionell erblich. Die 1525 Mio. Aleviten in der Türkei sind nicht als eigenständige religiöse Gemeinschaft anerkannt; in Deutschland leben nach Schätzungen 400 000 bis 700 000 Aleviten.
Neben dem vollständig autarken Demo-Haus (rechts) liegt auf dem Bergheider See auch ein mit Solarenergie betriebenes Konferenzschiff. ©Fraunhofer IVI, Dresden
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