Lexikon
Backsteinbau
Bauwerk mit unverputztem, ausgefugtem Mauerwerk aus Backsteinen (Ziegeln und Klinkern), auch Gattungsbezeichnung für die Gesamtheit aller Backsteinbauten und deren Technik.
Der Backsteinbau war bereits in der altvorderasiatischen Architektur (Mesopotamien) und in der etruskischen und römischen Baukunst bekannt. Die frühchristlichen Bauten in Ravenna wurden vielfach in Backsteinbauweise errichtet. Im Mittelalter hatte der Backsteinbau große Bedeutung in der Lombardei, wo seit dem 9. Jahrhundert das Bauen mit Backsteinen gebräuchlich war. Von dort gelangte die Technik nach Norddeutschland und Niederbayern. Als erste Werke des romanischen Backsteinbaus gelten in Niederbayern die Abteikirche in Thierhaupten und St. Martin auf dem Domberg in Freising, in Norddeutschland der Dom in Brandenburg (1165 begonnen), die Johanniskirche und der Domturm in Verden (Aller) (um 1180). Um 1260 wurde mit dem Bau der Lübecker Marienkirche begonnen, die, als Backsteinbau von den Ausmaßen einer gotischen französischen Kathedrale, vorbildlich war für die Hauptkirchen in vielen Hansestädten des Wendischen Quartiers, darunter für den Dom in Schwerin und die Zisterzienserkirche in Doberan (Backsteingotik). In Bayern entfaltete sich der gotische Backsteinbau erst seit Ende des 14. Jahrhunderts (Landshut, Martinskirche, 1389; München, Frauenkirche, 1468).
In der Renaissance und im Barock verlor der reine Backsteinbau künstlerisch an Bedeutung. Erst durch K. F. Schinkel und besonders in der modernen Architektur (Chilehaus, Hamburg) entstanden wieder Backsteinbauten von künstlerischem Rang.
Hamburg: Chilehaus
Chilehaus in Hamburg
Fritz Höger erbaute das Chilehaus
in Hamburg, ein Musterbeispiel der neuen Backsteinarchitektur, für den Überseekaufmann
Henry B. Sloman, der im Salpeterhandel mit Chile erfolgreich war.
© Corbis/Bettmann
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