Lexikon
Gestaltpsychologie
in der Grazer Schule begründete, von der Berliner Schule (K. Koffka, W. Köhler, M. Wertheimer) radikal weitergebildete psychologische Richtung, die sich insbesondere mit dem Bereich der Wahrnehmung befasst und die ganzheitliche Struktur des Psychischen betont. Danach erfolgt Wahrnehmung durch das Erfassen von Gestalten. Unter einer Gestalt (z. B. eine Melodie) versteht man dabei ein Ganzes, das andere Eigenschaften (Gestaltqualitäten) besitzt als seine einzelnen Elemente (z. B. Töne) bzw. deren bloße Summe. Gestalt als gegliedertes Ganzes ist danach mehr (Übersummativität = Unableitbarkeit aus den einzelnen Empfindungen) oder etwas anderes als die Summe ihrer Elemente (Nichtsummativität). Die Beziehungen zwischen den Elementen sind transponierbar, die Melodie bleibt auch erhalten, wenn sie verändert, in eine andere Tonart transponiert wird. Die Gestaltpsychologie formulierte Gestaltgesetze (z. B. Gesetze der Nähe, der Gleichartigkeit), die Regeln beschreiben, denen die Wahrnehmung folgt.
Wissenschaft
Google Maps fürs Gehirn
Der digitale dreidimensionale „Julich Brain Atlas“ ermöglicht eine virtuelle Reise durch das menschliche Gehirn. von RAINER KURLEMANN Das Gehirn ist das mit Abstand komplizierteste Organ des Menschen, vielleicht sogar das komplexeste biologische System, das die Evolution je hervorgebracht hat. Etwa 86 Milliarden Nervenzellen...
Wissenschaft
Die vermessene und vermessende Welt
Als Knabe habe ich mit meinen Freunden über den Witz gelacht, in dem eine Fahrlehrerin ihrer Schülerin sagt, sie solle das Hindernis auf der Straße umfahren, wobei sie jedoch das Verb falsch betont – nämlich auf der ersten Silbe. Solch einen schönen Unterschied gibt es bei dem Wort „vermessen“ zwar nicht, man kann bei ihm […]...