Lexikon

Großostasiatische Wohlstandssphäre

engl. Greater East Asia Co-Prosperity Sphere, aus dem Begriff Neue Ordnung Ostasiens hervorgegangene, Ende 1940 vom Konoe- Kabinett propagierte Zielsetzung Japans in Ostasien. Nach dem Kriegseintritt (7./8. 11. 1941) sollte unter japan. Hegemonie mit den gewaltsam eroberten Gebieten im polit., wirtschaftl. u. kulturellen Bereich eine Partnerschaft auf Gegenseitigkeit angestrebt werden, um die Asiaten von den weißen Kolonialmächten zu befreien. Diese Konzeption wurde durch die selbstherrl. brutale japan. Besatzungspolitik im Wesentlichen vereitelt; sie führte dennoch politisch zur sog. Unabhängigkeit von Birma (1. 8. 1943), den Philippinen (14. 10. 1943) u. kurz vor Kriegsende von Indochina (9. 3. 1945) u. Indonesien (17. 8. 1945). Diese Zugeständnisse verhinderten größere Partisanenbewegungen im japan. Machtbereich u. vereitelten nach 1945 die dauerhafte Rückkehr der alten Kolonialmächte nach Ostasien.
J. C. Lebra (Hrsg.), Japan's greater East Asia co-prosperity sphere in World War II. Selected readings and documents. 1975.
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