Wissensbibliothek

Bewunderung und Kritik

Wegen seiner außerordentlich dramatischen Darstellungsweise – »Schuld und Sühne« ist voller Theatralik, die zum Teil schwer zu ertragen ist – hat Vladimir Nabokov Dostojewskij jegliches Talent abgesprochen: Besser hätte der Landsmann Bühnenstücke verfasst. Besonders verächtlich sei der Trick der Romanfiguren, »sich ihren Weg zu Jesus zu ersündigen«. Dennoch hatten Dostojewskijs Romane gewaltigen Einfluss auf die Literatur der Moderne. In Deutschland wurde »Schuld und Sühne« begeistert aufgenommen. Vor allem die realistische Schilderung menschlicher Pathologie und die Ideenwelt der Figuren prägten Naturalismus und Expressionismus nachhaltig. Auch Surrealismus und Existenzialismus, namentlich Jean-Paul Sartre, standen unter Dostojewskijs Einfluss. Einer der größten (und kritischsten) Bewunderer war Friedrich Nietzsche, der in »Schuld und Sühne« seine Idee des Übermenschen anklingen sah und Dostojewskijs unaufhörliches Schwanken zwischen Traditionalismus und Modernität pointierte: Der Russe sei ein »grandioser Psychologe – und ein erbärmlicher Christenmensch«.

Elektronenwirbel im Graphen
Wissenschaft

Elektronenwirbel im Graphen

In dem zweidimensionalen Kohlenstoffmaterial Graphen verhalten sich Elektronen anders als normal: Sie bewegen sich wie eine Flüssigkeit und können auch Wirbel bilden. Solche Elektronenwirbel im Graphen haben Physiker nun erstmals direkt sichtbar gemacht. Dies gelang ihnen mit Hilfe eines hochauflösenden Quanten-Magnetfeldsensors...

Wissenschaft

Schneller im Kopf

Neurowissenschaftler verhelfen Fußballklubs mit dem Konzept der messbaren Spielintelligenz zum Erfolg. von ROLF HEßBRÜGGE Arsène Wenger ist ein anerkannter Vordenker im Fußball. Als Trainer führte er den FC Arsenal in der Saison 2003/04 ungeschlagen zum Meistertitel in der englischen Premier League – ein historisch einmaliger...

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