Lexikon
Jugendmusikbewegung
Teil der Jugendbewegung ab etwa 1900; betonte in Ablehnung von Bürgertum und Industriegesellschaft Werte wie „Einfachheit“, „Natürlichkeit“ und „Wahrhaftigkeit“, pflegte programmatisch vor allem Volkslied (Sammlung „Zupfgeigenhansl“ 1909) und Volkstanz und beeinflusste dadurch die Schulmusik, die Reformansätze der evangelischen Kirchenmusik, die Musikwissenschaft (Erforschung und Ideologisierung „alter Musik“) und zeitgenössische Komponisten (z. B. P. Hindemith). Daraus entstanden zahlreiche Schulopern, Lehrstücke, Sing- und Spielmusik. Nach 1933 von der national-sozialistischen Ideologie vereinnahmt; nach dem 2. Weltkrieg erfolgte ein Neuansatz im „Arbeitskreis für Hausmusik“ 1946 und der „Musikantengilde“ (F. Jöde; 1947/48).
Wissenschaft
Die tägliche Dosis
So alt wie die Menschheit ist der Traum von der Unsterblichkeit. Reale Konturen nimmt er derzeit in der Gerontomedizin an. Sie sucht nach Wirkstoffen, die Erkrankungen des Alterns vorbeugen. von SUSANNE DONNER Die Wahrscheinlichkeit, in westlichen Zivilisationen dement zu werden, liegt heute bei rund 50 Prozent. Etwas vereinfacht...
Wissenschaft
Knochen belegen Gewalt-Kannibalismus im Magdalénien
Menschliche Überreste aus der Maszycka-Höhle in Polen zeugen davon, wie Gesellschaften in Mitteleuropa in der Altsteinzeit lebten und wie sie ihre Toten bestatteten. Spuren an diesen Knochen deuten darauf hin, dass die Körper der Verstorbenen systematisch zerlegt wurden – bis aufs Knochenmark, wie neue Analysen ergaben. Die Funde...