Lexikon
LHC
Abkürzung für englisch Large Hadron Collider, am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Meyrin bei Genf errichteter Doppelspeicherring für gegenläufige Protonenstrahlen mit Energien von jeweils bis zu 7 Teraelektronenvolt (1 TeV = 1012 eV), d. h. einer Kollisionsenergie von bis zu 14 TeV. Im sog. Schwerionenprogramm wird die Energie beim Zusammenstoß zweier Blei-Ionen-Strahlen sogar bis zu 1150 TeV betragen. Der LHC, der am 10. September 2008 in Betrieb ging, wurde im 27 km langen Ringtunnel des Elektron-Positron-Speicherrings LEP installiert, der bis 2000 in Betrieb war. Für die Experimente sind vier Kreuzungsstellen mit riesigen Detektoranlagen (ALICE, ATLAS, CMS, LHCb) vorgesehen. ATLAS z. B. besteht aus 100 Mio. Sensoren und ist mit 46 m Länge, 25 m Durchmesser und einer Masse von 7000 Tonnen der weltgrößte Teilchendetektor. Durch die Untersuchung von Teilchenkollisionen bei bisher unerreichten Stoßenergien werden die Teilchenphysiker besser verstehen, wie unser Universum entstand und woraus es besteht. Insbesondere wird der experimentelle Nachweis des Higgs-Bosons erwartet.
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