Lexikon
Melusịne
in der altfranzösischen Sage eine Meerfrau, die der Graf von Lusignan heiratet und die die Stammmutter des Grafengeschlechts wird. Von ihrem Gatten belauscht und in ihrer Nixengestalt entdeckt, entschwindet sie und kehrt nur noch zurück, um nach ihren Kindern zu schauen. – Die erste französische Fassung ist der Prosaroman (1387/1394 aufgezeichnet) von Jean d’Arras. Das Gedicht (1401) des Troubadours Couldrette war die Vorlage für die deutsche Übersetzung (1456) von Thüring von Ringoltingen († 1483), die zum Volksbuch wurde. Es folgten Neubearbeitungen des Stoffs durch H. Sachs, Goethe, L. Tieck, F. de la Motte Fonqué, F. Grillparzer.
Wissenschaft
Kleine Kannibalen im Kosmos
Ein Kugelsternhaufen ist Kronzeuge für die Gefräßigkeit von Zwerggalaxien: Sie wachsen, indem sie Artgenossen verschlingen. von THORSTEN DAMBECK Auf einer Reise gen Süden kann man auch am Himmel auf Unbekanntes stoßen. Denn dort steigen Gestirne über den Horizont, die von der Nordhalbkugel aus nicht sichtbar sind. So entdeckten...
Wissenschaft
Verkannte Artefakte
Lange Zeit funktionierte die moderne Bioforschung hauptsächlich reduktionistisch: Man trennte die Komponenten, die einen interessierten, aus dem Gesamtsystem heraus und studierte sie isoliert in „Einzelhaft“. Erfolgreich war das allemal: Heerscharen von Forscherinnen und Forschern, die im Labor jahrelang Proteine gereinigt oder...