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Warum rollt sich ein Igel bei Gefahr ein?

Weil er sich so am besten vor Angriffen schützen kann, denn er ist dann auf allen Seiten von spitzen Stacheln, dem Kennzeichen aller Echten Igel, umgeben. Das Stachelkleid des Igels ist dicht und gleichmäßig. Beim Braunbrustigel besteht es aus etwa 16 000 Stacheln, die beweglich in der Rückenhaut verankert sind. Normalerweise liegen sie flach am Körper an, richten sich jedoch auf, wenn sich die Haut strafft.

Um sich zu einer Kugel zusammenrollen zu können, hat der Igel einen ovalen Muskelring und den kuppelförmigen Schwanz-Rückenmuskel, die bei Gefahr kontrahieren. Sie sind durch eine Fettschicht vom Rest der Muskulatur isoliert, und stülpen sich wie ein Sack schützend über Kopf und Körper. Die Stacheln sind etwa einen Millimeter stark und schützen den Igel vor den meisten Fressfeinden; nur Dachse und andere Marder sollen in der Lage sein, zusammengekugelte Igel zu überwältigen. (Dass Füchse Igel ins Wasser rollen, um sie zum Entkugeln zu zwingen, dürfte hingegen Jägerlatein sein; außerdem können Igel – wenn auch ungern – durchaus schwimmen.) Was sich gegenüber natürlichen Feinden bewährt hat, wird den Tieren auf der Straße zum Verhängnis: Anstatt vor nahenden Autos zu fliehen, verharren sie in Abwehrhaltung. Viele Tausend Igel fallen deshalb jedes Jahr dem Verkehr zum Opfer.

Nicht nur bei Gefahr, auch zum Winterschlaf rollt sich der Igel zusammen und bleibt dann wochenlang in dieser Haltung. Seinen normalen Ruheschlaf hält er hingegen ausgestreckt ab.

Zur Igelfamilie gehört übrigens nicht nur die Unterfamilie der Echten Igel oder Stacheligel, aus der unser Europäischer Igel oder Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) stammt. Sie umfasst auch die südostasiatischen Haar- oder Rattenigel, die wegen des fehlenden Stachelkleids völlig anders, nämlich rattenähnlich, aussehen.

Samuel Heiniger, Wendelin Stark
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