Allein die Herstellung eines Stücks Rinderbraten für fünf Personen verbraucht rund 27.000 Liter Wasser – und so viel Energie, dass man damit fast zweieinhalb Jahre lang Musik hören könnte. Wasser und Energie für Einkauf und Zubereitung sind dabei noch gar nicht eingerechnet. Bleibt beim Festessen dann ein gutes Stück Fleisch liegen, weil sich die Gäste zuvor bereits an Kuchen und Plätzchen sattgegessen haben, wurden all diese Ressourcen umsonst verbraucht. Nachhaltigkeit geht anders.
Wenn wir nur kaufen, was wir wirklich brauchen und aufessen, schonen wir Ressourcen und leisten einen Beitrag zum Umweltschutz. Doch wie kann das gelingen? Schließlich möchten Gastgeber gerade an Weihnachten alle Menschen am Tisch zufriedenstellen – und es soll bloß keiner hungrig nach Hause gehen.
Planvoll einkaufen
Das A und O für nachhaltiges Weihnachtsessen ist die Planung: Wann wird zu Hause gegessen, wann mit Gästen, wann bei Verwandten – und was soll es geben? Den Plan macht man am besten mehr als eine Woche vor den Festtagen. Dann lässt sich Fleisch oder Fisch im Geschäft noch vorbestellen und man läuft nicht Gefahr, das Gewünschte nicht zu bekommen. Nach Auswahl der Rezepte und einem Blick in Vorratskammer und Kühlschrank wird der Einkaufszettel erstellt. So ist garantiert, dass man nichts vergisst, nicht von Sonderangeboten verführt wird oder zu viel in den Einkaufswagen packt.
Ideal ist es außerdem, sich zuvor über die Vorlieben seiner Gäste zu informieren: Wird zum Beispiel lieber Fleisch, Fisch oder vegetarisch gegessen? Wer kulinarische Präferenzen berücksichtigt, verringert das Risiko von Lebensmittelabfällen. Ein schöner Nebeneffekt: Mit einem durchdachten Plan in der Tasche lässt sich den Festtagen gleich viel entspannter entgegenblicken und es bleibt mehr Ruhe zwischendurch: Zeit für Besinnlichkeit statt Hektik beim Einkaufen.
Haltbarkeit berücksichtigen
Damit nichts schlecht wird, sollte man bei der Einkaufsplanung auch auf die unterschiedliche Haltbarkeit von Produkten achten: Haltbares wie Konserven, Tiefkühlprodukte, Abgepacktes und Getränke kann bereits eine Woche vor der Feier eingekauft werden, frische Lebensmittel wie Gemüse und Milchprodukte etwa zwei Tage vorher. Leicht Verderbliches wie Fleisch und vor allem Fisch sollte so spät wie möglich besorgt und, wenn die Zubereitungsart dies zulässt, sofort frisch verarbeitet werden.
Reste mitgeben oder weiterverwerten
Trotz guter Planung lassen sich Reste oft nicht ganz vermeiden. Das beste Mittel dagegen: Sie den Gästen mitgeben. Frischebeutel und Plastikdosen gehören daher zu jeder Partyausstattung dazu. Wer vorher Platz in Tiefkühltruhe und Kühlschrank schafft, kann übriggebliebene Lebensmittel auch selbst aufbewahren.
Dabei gilt: Egal ob Gans, Wild, Karpfen, Rotkohl oder Kartoffelklöße – Gekochtes immer erst abkühlen lassen, dann luftdicht verschließen und in das oberste Kühlschrankfach stellen. Ist der Behälter hingegen noch warm, erhöht sich die Temperatur im Kühlschrank: Das Gerät verbraucht mehr Energie, Bakterien können sich schneller vermehren und die Lebensmittel verderben. Tiefkühlen sollte man Selbstgekochtes immer bei -18 Grad Celsius.
Aus den aufbewahrten Resten lassen sich später neue kulinarische Genüsse zaubern: Altbackenes Brot angefeuchtet und im Ofen aufgebacken eignet sich für Bruschetta. Reste von Antipasti können als Zutat für Salate oder püriert als Dips genossen werden. Und der Festtagsbraten findet eine neue Verwendung als herzhafter Canapé-Belag.
Überschüssiges spenden
Weihnachten ist die Zeit des Gebens. Wer überschüssige Lebensmittel zu Hause hat, kann sie sozialen Einrichtungen wie den Tafeln spenden: Was an Essbarem angenommen wird, erfahren Privatpersonen und Firmen bei ihrer örtlichen Tafel. Auch die Organisation Foodsharing reicht übrig gebliebene Lebensmittel weiter – an all diejenigen, die sie noch essen möchten.
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