Wissensbibliothek
Wie sind die »Exequien« aufgebaut?
Den Auftakt der dreiteiligen »Musikalischen Exequien« bildet ein »Concert in Form einer teutschen Begräbnis-Missa«, das sich aus einem Introitus und einem deutschen Kyrie zusammensetzt, in das die Verse der Sarginschriften des Fürsten integriert sind. Vor allem der Wechsel von solistischen und chorischen Abschnitten, bei denen der Chor die Erbarmensrufe und die Solisten die Sarginschriften übernehmen, erinnert an die mittelalterliche Tradition des Tropierens (Einschieben von Texten in ein vorgegebenes Stück).
Der Mittelteil ist dem Text der Leichenpredigt gewidmet und zeigt sich in seiner streng doppelchörigen Anlage (zwei vierstimmige Chöre) der venezianischen Mehrchörigkeit verpflichtet, wobei Schütz neben der Klanglichkeit besondere Aufmerksamkeit auf das Verhältnis von Wort und Ton legt. Jeder Ausruf »Herr!« wird mit einer langen Note vertont und durch die anschließende Pause als Ausrufezeichen verstärkt.
Den Abschluss der »Exequien« bildet der Gesang des Simeon: »Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren.« Der vollstimmigen Capella mit dem Haupttext wird ein dreistimmiges Soloensemble gegenübergestellt, das, in der Ferne postiert, die Seligpreisung »Selig sind die Toten, die im Herren sterben« als Vision des Paradieses vorträgt.
Die Entdeckung des schönen Scheins
Das Phänomen der Fluoreszenz bei Meerestieren wurde lange kaum beachtet. Mit der erstmaligen Beobachtung leuchtender Landlebewesen aber ist es zum Trendthema geworden. Wozu die Fluoreszenz gut ist, darüber rätseln die Zoologen noch immer. von TIM SCHRÖDER Manchmal braucht es etwas länger, bis ein wissenschaftliches Thema...
Molekülfragmente auf dem Katapult
Die Dynamik beim Aufbrechen von Molekülen ist bislang nur schlecht verstanden. Ein französisch-deutsches Forschungsteam bringt nun etwas Licht ins Dunkel. von DIRK EIDEMÜLLER Wenn energiereiche Strahlung auf Moleküle trifft, kann viel geschehen. Ultraviolette Strahlung bringt beispielsweise bestimmte Stoffe zur Fluoreszenz....