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LEXIKON

Monroe-Doktrn

[mənˈrɔu-]
Die Monroe-Doktrin
Die Monroe-Doktrin
Der Wortlaut der Leitlinien für die zukünftige Außenpolitik der USA stammt im Wesentlichen von Außenminister John Quincy Adams, der 1825 US-Präsident wird (Auszüge):

Wir haben niemals an den Kriegen der europäischen Mächte teilgenommen oder uns in die Angelegenheiten gemischt, die damit in Zusammenhang standen, denn das ließe sich nicht mit unserer Politik vereinbaren ... Der Verteidigung aber unserer eigenen Regierungsform, die unter Verlust von so viel Blut und Vermögen durchgesetzt ... worden ist ..., hat sich diese ganze Nation geweiht. Wir sind es deshalb der Aufrichtigkeit und den freundschaftlichen Beziehungen schuldig, die zwischen den Vereinigten Staaten und jenen Mächten bestehen, zu erklären, dass wir jeden Versuch von ihrer Seite, ihr System auf irgendeinen Teil dieser Hemisphäre auszudehnen, als Gefährdung unseres Friedens und unserer Sicherheit betrachten würden.

Mit den bestehenden Kolonien oder den von irgendeiner europäischen Macht abhängigen Ländern haben wir uns nicht befasst und werden wir uns nicht befassen. Aber was die Regierungen anbelangt, die ihre Unabhängigkeit erklärt und behauptet haben, und deren Unabhängigkeit wir nach gründlicher Überlegung und nach gerechten Prinzipien anerkannt haben, so könnten wir irgendeine Stellungnahme zu dem Zwecke, sie zu unterdrücken oder in irgendeiner Weise ihr Geschick zu bestimmen, seitens irgendeiner europäischen Macht, in keinem anderen Lichte sehen als dem der Bekundung einer unfreundlichen Gesinnung gegen die Vereinigten Staaten ...
Die jüngsten Ereignisse in Spanien und Portugal zeigen, dass die Verhältnisse in Europa sich noch nicht gefestigt haben ... Es ist unmöglich, dass die verbündeten Mächte ihr politisches System auf irgendeinen Teil eines der beiden [amerikanischen] Kontinente ausdehnen könnten, ohne unseren Frieden und unser Glück zu gefährden; auch kann niemand glauben, dass wir eine solche Einmischung, gleich welcher Art, mit Gleichgültigkeit ansehen könnten ..."
eine US-amerikanische Grundsatzerklärung, die besagt, dass die USA sich nicht in europäische Verhältnisse einmischen würden, dass aber auch keinem europäischen Staat die Einmischung in amerikanische Verhältnisse oder die Schaffung von Kolonien in Amerika gestattet sein solle („Amerika den Amerikanern“); auf Betreiben des Außenministers J. G. Adams vom Präsidenten J. Monroe am 2. 12. 1823 ausgesprochen. Von den europäischen Staaten wurde die Monroe-Doktrin im 20. Jahrhundert als mit der Völkerbundsatzung (Art. 21) für vereinbar erklärt. Gegenstand des Völkerrechts wurde die Monroe-Doktrin erst am 30. 7. 1940, als die Panamerikanische Union die Act of Havanna verabschiedete. Die Monroe-Doktrin bedeutete mit dem Schutzanspruch der USA zugleich auch deren später vielfach praktizierten Interventionsanspruch in Lateinamerika. OAS.
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