Lexikon

Nicotịnvergiftung

Nicotinismus
durch übermäßig aufgenommene Mengen Nicotin hervorgerufene Erkrankung, zunächst des vegetativen Nervensystems, dann des ganzen Körpers. Die akute Nicotinvergiftung führt über anfängliche Verlangsamung zur Steigerung der Herztätigkeit, nach kurzem Steigen zum Abfallen des Blutdrucks, nach kurzer Hemmung zur Steigerung der Darmbewegung, nach kurzer Steigerung zum Versiegen der Drüsenausscheidung, weiter zu Pupillenverengung und Akkommodationskrampf, später zur Erweiterung der Pupille und Akkommodationserschlaffung. Beim Rauchen des Tabaks tritt die Wirkung der giftigen Pyridinbasen des Rauchs hinzu, die vor allem das verlängerte Rückenmark erregen und Übelkeit, Erbrechen, Herzklopfen, Durchfall erzeugen. Die chronische Nicotinvergiftung führt zu frühzeitigen Gefäßveränderungen, Kreislaufstörungen, Blutdrucksteigerung, Verdauungsstörungen u. a. Als Genussgift ist Nicotin heimtückisch, weil bei Gewöhnung anfangs nur wenige Beschwerden bestehen und Störungen sich nur als Folge lang dauernden chronischen Missbrauchs (Nicotinabusus) einstellen.
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