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LEXIKON

Schamansmus

[
tungusisch shaman, „anheizen, verbrennen; um sich schlagen“
]
ein in den Kulturen aller Kontinente verbreitetes religiöses Phänomen, gemäß dem der Schamane die Fähigkeit besitzt, als Mittler zwischen den Menschen im Diesseits und den Geistern in den jenseitigen Welten aufzutreten. Bei außergewöhnlichen Ereignissen seiner Sippe, seines Stammes und Volkes, z. B. bei Naturkatastrophen, Hungersnöten, Missernten, bei Krankheit und Jagdunfall, versetzt sich der Schamane gemäß überlieferten Riten und gekleidet in ein bestimmtes Gewand, nach Einnahme von Drogen und mit Hilfe einer Schamanentrommel, durch Rhythmik, Musik und Tanz in einen ekstatischen oder tranceartigen Zustand, währenddessen der Vorstellung zufolge der Geist des Schamanen seinen Körper verlässt und von der irdischen Welt in jenseitige Welten, in die Ober- und Unterwelt reist. Auf diesem Wege will der Schamane mit der außermenschlichen Welt in Kontakt treten, übersinnliche Erkenntnisse gewinnen, von guten Geistern Beistand und Hilfe erlangen und böse Geister bannen, um letztlich die Geschicke zugunsten von Sippe, Stamm und Volk zu beeinflussen. Schamanismus ist heute noch im Norden Europas, Amerikas, in Ost- und Zentralasien sowie in vielen Gebieten Schwarzafrikas anzutreffen.
In Anknüpfung an diesen archaischen Schamanismus will der in Workshops des New Age praktizierte Neo-Schamanismus durch „schamanistische Trancereisen“ und „Schwitzhütten“ zu spiritueller Selbstvervollkommnung führen. Esoterik.
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