Lexikon
Schuloper
eine seit dem Mittelalter in Klosterschulen, besonders im Humanismus (Jesuitenoper) gepflegte musikalisch-dramatische Darstellung für Schüler und Studierende zu deren religiöser Unterweisung und Ausbildung im Lateinischen. Um 1930 Wiederbelebung der Gattung mit dem Ziel, junge Menschen an die Opernmusik heranzuführen, u. a. durch K. Weills „Jasager“ 1930, P. Hindemiths „Wir bauen eine Stadt“ 1931 oder B. Brittens „Let’s Make an Opera“ 1948. In den Folgejahren wurden zahlreiche Schulopern komponiert, besonders unter Verwendung von Märchen- und Sagenstoffen. Zu den wichtigsten Vertretern gehören hier E. Werdin „Des Kaisers neue Kleider“ 1948, C. Bresgen „Der Igel als Bräutigam“ 1950 oder A. von Beckerath „Reineke Fuchs“ 1961. Nach 1960 verlor die Gattung an Bedeutung, fand jedoch in der Form der Kinderoper, die auch den kindlichen Alltag widerspiegeln will, ab den 1970er Jahren ein neues Ausdrucksmittel, so z.B. in W. Hillers „Das Traumfresserchen“ 1990.
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