Lexikon
Vernalisatiọn
[lateinisch]
die Blütenbildung (Blüteninduktion) durch Kältebehandlung. Pflanzen, die zur Blüteninduktion Kälte benötigen (Wintergetreide, Rübe, Sellerie, Kohl, Bilsenkraut, Fingerhut u. a.), können im entwickelten (beblätterten) Zustand vernalisiert werden, einige auch schon als Embryonen im Samen. Viele Samen keimen erst dann, wenn sie in halbgequollenem Zustand Tage oder Wochen Temperaturen von nur + 2 °C ausgesetzt werden. Diese Vernalisation ist für die praktische Anwendung von Bedeutung: So kommt im Herbst gesätes Wintergetreide im Frühsommer schon zur Fruchtbildung. Für die Blütenbildung ist eine Kälteeinwirkung von einer bestimmten Dauer erforderlich. Danach kann die Vernalisation nicht mehr rückgängig gemacht werden. Neben der Temperatur hat die Tageslänge (Langtagpflanzen, Kurztagpflanzen) einen Einfluss auf die Blütenbildung.
Fingerhut (Roter)
Roter Fingerhut
Roter Fingerhut, Digitalis purpurea
© Sertürner Arzneimittel GmbH, Gütersloh
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