Lexikon
Vogelschutz
alle Maßnahmen, gesetzliche Vorschriften und internationalen Vereinbarungen zur Erhaltung einer artenreichen Vogelwelt und ihrer Jahreslebensräume (Artenschutz und Biotopschutz). Ursprünglich gab es für den Vogelschutz vor allem wirtschaftliche Motive (Förderung von Insekten fressenden Arten durch Nistkästen, Schutz der Eulen zur Mäusebekämpfung u. a.), später kamen ideelle Betrachtungsweisen hinzu (Lebensrecht für alle Vögel ohne Einteilung nach „Schaden“ und „Nutzen“), was besonders zur Einrichtung von Vogelschutzgebieten führte. Heute wird Vogelschutz vor allem unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten gesehen (ökologische Bedeutung der Vögel für das natürliche Gleichgewicht). In Deutschland sind durch direkte Verfolgung, Zerstörung der Lebensräume und Einsatz von Pestiziden rund 14 der ursprünglich 273 vorkommenden Brutvogelarten ausgestorben und 32 vom Aussterben bedroht. Weltweit besonders bedroht sind Greifvögel, Seevögel und Papageien.
Gesetzliche Regelungen zum Schutz der Vögel in Deutschland: Bundesnaturschutzgesetz in der Fassung vom 29. 7. 2009, Bundesartenschutzverordnung in der Fassung vom 16. 2. 2005 sowie die Naturschutzgesetze der Länder; eine große Zahl von Vogelarten unterliegt dem Jagdrecht. Internationale Vereinbarungen zum Vogelschutz sind: das Washingtoner Artenschutzübereinkommen von 1973, das Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten und der Wasservögel, die Konvention zum Schutz wandernder Tierarten.
Organisationen: Naturschutzbund Deutschland (vormals Deutscher Bund für Vogelschutz), Sitz: Bonn, gegründet 1899 von L. Hähnle; Internationaler Rat für Vogelschutz, Abkürzung IRV, mit nationalen (Deutsche Sektion, Cremlingen) und internationalen Sektionen.
Wissenschaft
Signale aus der Tiefe
Im Untergrund der Eifel geht es nicht so ruhig zu, wie es scheint. Geophysiker schätzen die Gefahr eines Vulkanausbruchs mithilfe zahlreicher Messmethoden ein. von KLAUS JACOB Wer in die Eifel fährt, denkt kaum an ein aktives Vulkangebiet. In dem Gebirge westlich von Koblenz gibt es keinen beeindruckenden Vulkankegel wie den Ätna...
Wissenschaft
Die Müllabfuhr im Kopf
Das zentrale Entsorgungssystem des Gehirns arbeitet vor allem im Schlaf. Forscher vermuten, dass durchwachte Nächte Demenz und andere neurodegenerative Erkrankungen begünstigen. von SUSANNE DONNER Mehr als 100 Jahre glaubten Fachleute, das Gehirn recycle seinen Abfall selbst. Während andere Organe von einem Lymphsystem durchzogen...
Weitere Artikel aus dem Kalender
Weitere Lexikon Artikel
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Ein Hormon außer Kontrolle
Wenig Raum für Nachhaltigkeit
Rohstoffe aus der Tiefe
Verspielt
Wie Wärmepumpen das Stromnetz schonen
Die vermessene und vermessende Welt