Lexikon
Weiße-Kragen-Kriminalität
englisch White Collar Crime, die Kriminalität der höheren sozialen Schichten (Gegensatz: Blaue-Kragen-Kriminalität). Die von dem US-amerikanischen Soziologen E. H. Sutherland erstmals 1940 entwickelte Theorie nimmt an, dass die Angehörigen der oberen Schichten sich nicht anders verhalten als die „kleinen Leute“, aber häufiger unentdeckt bleiben, weil sie weniger sichtbare (auffällige) Straftaten begehen und die Organe der Strafverfolgung Täter vornehmlich unter den Angehörigen der Unterschichten suchen. Oft handelt es sich um Rechtsbrüche, die von Personen im Geschäftsleben, im Staatsdienst oder in freien Berufen begangen werden, gleichsam in Ausübung des Berufs. Die Täter missbrauchen das ihrem Beruf notwendigerweise entgegengebrachte Vertrauen. Zur Weiße-Kragen-Kriminalität gehören insbesondere die meisten Fälle von Wirtschaftskriminalität.
Wissenschaft
Technik mit Lebenszeichen
Werkstoffe mit ähnlichen Eigenschaften, wie sie lebende Systeme besitzen, sollen technische Systeme revolutionieren. Als Vorbilder dienen vor allem Pflanzen. von REINHARD BREUER Könnten Pflanzen böse sein, dann würden die Fleischfresser unter ihnen einen Spitzenplatz einnehmen. Und unter den mehr als 1.000 Arten, die es davon...
Wissenschaft
Geboren, um zu leben
Die Kindermedizin ließ die Lebenserwartung im letzten Jahrhundert enorm steigen. Heute steht sie vor neuen Herausforderungen. von SUSANNE DONNER Ich habe vierzehn Kinder großgezogen, und davon sind bloß sieben gestorben“, schrieb eine Frau 1912 in einem Brief an die Berliner Verwaltung. „Nur“ sieben Kinder, die sie verlor! Da...