Wahrig Herkunftswörterbuch

anbinden

[Info]
anbinden, anbandeln, anbändeln
Wer mit einem anbindet, streitet mit ihm. Diese Redensart entspringt der Fechtersprache: Vor Kampfbeginn banden die Gegner die Klingen aneinander, d. h., sie legten sie so gegeneinander, dass sie ein Kreuz bildeten. Die Klingen kreuzen ist eine andere Wendung, die man vor allem im Sport, aber auch in der Politik gebraucht, wenn man eine erbitterte Auseinandersetzung beschreiben will (vgl. auch Säbelgerassel oder Säbelrasseln als Metaphern für „Androhung militärischer Aktionen“). Doch es gab auch Fechter, die sich die Waffen an das Handgelenk banden, um sie während des Kampfes nicht durch einen Schlag zu verlieren. Die Redensart mit jemandem anbandeln oder anbändeln bedeutete ursprünglich dasselbe, wird heute aber meist in der Bedeutung „eine Liebelei mit jemandem beginnen“ verwendet. Der an der kurzen Leine gehaltene und als bissig geltende Hofhund hat hingegen die Redensart kurz angebunden sein in der Bedeutung „barsch oder wortkarg sein“ inspiriert.
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