Lexikon

Wissenssoziologie

ein in den 1920er Jahren entstandener Zweig der Soziologie, der sich in umfassender Sicht mit der Beziehung zwischen Denkformen, Bewusstseinsinhalten und sozialen Faktoren befasst, im Einzelnen mit dem Studium der Wechselwirkungen zwischen den sozialen Strukturen und Prozessen einerseits und den festgesetzten Formen und Inhalten des Wissens sowie den ideologischen Systemen andererseits. Dabei beschränkt sich die Wissenssoziologie nicht auf den kognitiven Bereich des Wissens, sondern interessiert sich für den gesamten Bereich intellektueller Erzeugnisse wie Philosophien, Ideologien, politische Doktrinen und theologische Denkprozesse. Unter dem Einfluss mehr pragmatisch ausgerichteter Soziologen, vor allem der US-Amerikaner (z. B. R. K. Merton, T. Parsons, P. A. Sorokin, F. Znaniecki), wandte sich die Wissenssoziologie von der Tendenz ab, weit reichende hypothetische Schemata vorzulegen, und begann, sich in Bezug auf ihr Arbeitsgebiet zu spezialisieren: z. B. auf das Studium der Bedingungen für die Ausübung der wissenschaftlichen Aktivität (Wissenschaftssoziologie); auf das Studium der sozialen Gruppen, die Wissen produzieren und empfangen (Soziologie der Intellektuellen, der Sekten, der Meinung); oder der sozialen Formen des Wissens (Soziologie der Massenkommunikation). Zu den bedeutendsten Vertretern der Wissenssoziologie gehören weiterhin: K. Mannheim, M. Weber, G. Scheler, M. Halbwachs.
Fischer_NEU_02.jpg
Wissenschaft

Die Direktorin der Dinge

„In der Natur nimmt die Entropie die Rolle des Direktors ein, die Energie aber nur die eines Buchhalters.“ So hat der große Physiker Arnold Sommerfeld einmal die Aufgaben der beiden physikalischen Größen mit den ähnlich klingenden Namen unterschieden. Die Karriere der beiden Begriffe Energie und Entropie begann im 19. Jahrhundert...

Hossenfelder_Quanten.jpg
Wissenschaft

Ammoniak statt Wasserstoff?

Während für die Energiewende weiterhin große Hoffnungen auf Wasserstoff als Energieträger ruhen, rückt ein weiterer „Wundertreibstoff“ zunehmend in den Blick der Energiewirtschaft: Ammoniak. Diese chemische Verbindung aus einem Stickstoffatom und drei Wasserstoffatomen (kurz NH3), als Energieträger zu verwenden, ist keine ganz...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon